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Am Nachmittag haben wir
dann die Schule Nr. 21 in Phnom Penh besucht, die zu Pol Pots Zeiten zur
Folterhölle wurde. Der Gedanke an das, was dort über mehr als 3
Jahre an mittelalterlicher, unvorstellbarer Gewalt vonstatten
ging und die ausgestellten Dokumente sind äußerst bedrückend und man
kann fast nicht hinsehen. Man fragt sich, wie das mitten in einem
dicht bebauten Wohngebiet - auch auf einem Schulhof - geschehen
konnte. Man wundert sich nicht mehr, wenn man erfährt, daß
die Pol Pot Clique die einst 2 Mio Einwohner zählende Hauptstadt bis
auf einen Rest von 2000 (!) Einwohnern entvölkert hatte. In diesem Zusammenhang
kommt man an den Killing-Fields nicht vorbei und der Besuch ist
Bestandteil jedes Phnom Penh - Aufenthaltes. Die Gegend liegt
etwas außerhalb der Stadt. Das Terrain der Killing
Fields, ein heideähnliches überschaubares Gelände inmitten von
Reisfeldern mit einem Massengrab am anderen,
steht für die Ermordung von fast 20000 Menschen, die hier
verscharrt worden sind. Man hat sie nicht erschossen, weil das zu teuer
war. Man hat sie erschlagen, nachdem sie selbst die Gräber
ausgehoben haben. Man hat sie mit Palmwedeln geköpft. Man hat die
Babys ihren Müttern entrissen und mit ihnen Fußball gespielt. Die
Kinder waren der Ball. Man hat die Babys zur Zielscheibe wie beim
Tontaubenschießen gemacht. Und man hat ihre Eltern zuschauen lassen, bevor man sie auch umgebracht hat. Das alles geschah auf Geheiß
des von Maos Kulturrevolution besessenen Lehrers (!) Saloth Sar,
der sich Pol Pot nannte. Das Ziel war ein Agrarstaat ohne Vorbild .
Jeder, der irgendwie nach Intelligenz aussah - und wenn er nur eine
Brille trug - wurde ermordet. Insgesamt wurden in 4 Jahren 1 Mio der
eigenen Landsleute umgebracht. Wahrscheinlich waren es aber sogar 2
Mio , heißt es. |
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