Auf Mekong und Tonle Sap
   15.10.04  9.Tag nach Angkor


Ab Phnom Penh ging es früh um 05:00 Uhr weiter in das 108 km entfernte Kâmpóng Chhnang über den Tonle Sap - Fluß. Das Schiff fährt dabei durch ein riesiges Überschwemmungsgebiet, aber die Menschen haben sich damit - scheinbar- arrangiert. Aber haben sie eine Wahl ?

Ich mußte bei diesen Bildern an die Flutkatastrophe im Elbtal in Sachsen denken. 

Hier wird im Gegensatz zu den im Nachgang geflossenen Euro in Deutschland sicher kein einziger kambodschanischer Riel als Schadenersatz fließen. Und die Überschwemmung findet hier jedes Jahr statt.

Karte aus Wikipedia

Die Hütten sind jedenfalls entsprechend gebaut, da das Wasser jedes Jahr so hoch steigt. 

Es gibt hier ein Phänomen. Der Tonle-Sap-Fluss verbindet den Tonle-Sap-See mit dem Mekong. Normalerweise fließt das Wasser aus dem Tonle-Sap-See in den Mekong. Aber während der Regenzeit, so etwa von Juni bis Oktober führt der Mekong soviel Hochwasser, daß das Wasser aus dem Mekong durch den Tonle-Sap-Fluß in den Tonle-Sap-See fließt, wodurch der See bis auf die doppelte Fläche anwachsen kann. 


Zum Ende der Regenzeit, wenn der Mekong wieder weniger Wasser führt, schlägt die Strömung wieder um und das in der Regenzeit eingeströmte Wasser fließt wiederum aus dem Tonle-Sap-See in den Mekong. Das Umschlagen der Strömung feiert man in Kambodscha mit einem Wasserfest, welches im Oktober oder November stattfindet.

Wie überall in Asien, spielt sich das Leben zum großen Teil auf dem Wasser ab. Das Boot dürfte schon zur Luxusausrüstung gehören wobei nicht jeder ein Motorboot sein Eigen nennt. Das übliche Fortbewegungsmittel ist ein ...

... Ruderkahn.
Kâmpóng Chhnang ist eher  ein kleines Nest, nicht besonders aufregend aber die Leute waren sehr freundlich. Hier habe ich zum ersten Mal gegrillte Käfer gesehen. 3-6 cm groß, knusprig-braun-schwarz in leckerer Soße. Trotzdem habe ich die nicht probiert und leider war der Film gerade voll. Man fotografierte damals noch auf gewöhnlichem Farbnegativfilm, wenn sich jemand erinnert, was das war und die liegen in 

Kambodscha wahrlich nicht überall rum. Die Freude bei den Kindern über die Besucher mit den langen Nasen war echt..

 
 
Nach kurzem Aufenthalt in der Stadt ging die Reise weiter bis zum Tonle-Sap-See, den wir bei Sonnenuntergang erreichten. Die Landschaft änderte sich bis dahin stündlich. Am Eingang zum See blieb das Schiff liegen, denn das Befahren des Sees in der Nacht ist untersagt. Am nächsten Morgen war die Überquerung des Sees und dann endlich die Fahrt nach Siem Reap und nach Angkor vorgesehen. Weiter...

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aktualisiert 21.03.08