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Nach dem Massenauflauf am Vorabend zum Sonnenuntergang hatte der Webmaster die einzigartige Idee, vor Sonnenaufgang schon mal zum Angkor Wat zu fahren, um dort den Sonnenaufgang zu erleben. Das Tagesprogramm der Reisegruppe sollte erst 08:30 Uhr mit der Besichtigung der Elefantenterrasse beginnen. Aus der |
| Reisegruppe hatte keiner Lust, so früh mitzukommen. So bestellte ich ein Taxi und brach 04:30 Uhr zum Tempel Angkor Wat auf. Es waren schon einige Leute unterwegs obwohl der Himmel bedeckt war. Man braucht aus der Stadt Siem Reap mit dem Taxi knapp 20 min. Die Taxifahrer warten bereitwillig und so ist auch die Rückfahrt gesichert. Nach Betreten der Anlage - besser beim Vortasten in noch fast völliger Dunkelheit - bot sich zunächst ein Bild der Ruhe. In der Dämmerung realisierte ich dann aber schnell, daß ca. 300 weitere Besucher schon da waren und die gleiche Super - Idee hatten. In der Mehrzahl waren das auch hier wieder Koreaner und Japaner . Diese freundlichen Leute sind aber auch überall immer schon da...:-) Aber es ging alles sehr ruhig zu. So entstand das erste Foto unplanmäßig von den hinter mir wartenden Besuchern mit einer kleinen Digitalkamera im Dunkeln. Das Foto ist hier etwas gepuscht, damit man was erkennt und soll eigentlich nur demonstrieren, daß man sich vielleicht doch einen etwas ruhigeren Platz sucht. |
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Andererseits ist der Anblick dieses Tempels gerade aus dieser Perspektive außergewöhnlich majestätisch und die Schönheit ist fast vollkommen. Ich konnte mich der Wirkung freilich auch nicht entziehen und so entstanden schon vor Sonnenaufgang eine Reihe stimmungsvoller Bilder. Und deshalb war ich ja auch da. Wenn die ersten Fotos eines Tages so aussehen, kann der Tag nur gut werden. Und das wurde er. |
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Schon vor dem eigentlichen Sonnenaufgang im Tempel entstand eine höchst mystische Atmosphäre. Dann wechselte die Lichtstimmung. Die Sonne ging auf. Nicht so spektakulär, wie man`s schon auf Bildern gesehen hat aber die sehr eigenartige Stimmung war das Aufstehen wert. Und während die Sonne aufging, konnten die reichlich anwesenden |
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Sonnenaufgangsbeobachter, so sie wollten, von einer Heerschaar freundlich-bemühter Händler angebotenen Kaffee trinken und frühstücken. Man konnte aber auch den Sonnenaufgang einfach noch eine Weile auf sich wirken lassen oder mit den reichlich anwesenden Affen reden und bei schon erreichten 30 Grad C noch einige Aufnahmen in fast völliger Ruhe machen, die, wenn die Touristen einströmen, nicht mehr möglich sind. Nach Rückkehr in das Hotel in Siem Reap und einem guten Frühstück konnte man den Tag sozusagen noch einmal beginnen lassen. Es wurde das totale Kontrastprogramm. |
| Vielleicht brauchte man die Eindrücke vom frühen Morgen um dann solche, schon am Vormittag unvermeidbaren, Touristenansammlungen wie an der Elefantenterrasse zu verkraften. Mittlerweile sind manche Tempelanlagen schon sehr überlaufen und man vermag sich kaum vorzustellen, wohin das führen soll, da der Tourismus in Kambodscha erst am Anfang steht. Da werden wohl erst mal die Eintrittspreise steigen. |
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Aber natürlich ist auch die sogenannte Elefantenterrasse selbst höchst sehenswert. Man hat wohl von hier aus auf einem vorgelagerten Kampfplatz stattfindende Spiele beobachtet. Spätestens der Besuch solcher Motive - wie hier im |
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Frauentempel Banteay Srei - läßt uns aber die Touristenan- sammlungen vergessen. Man versetze sich 800 Jahre zurück und lasse das nebenstehende Relief einfach auf sich wirken... |
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| Es sei bei dieser Gelegenheit daran erinnert, daß die Tempelstadt Angkor als Ausdruck der Khmer-Hochkultur in Indochina zu dieser Zeit ( im 11. und 12. Jahrhundert unserer Zeit ) vielleicht schon 1 Mio Einwohner hatte und der Flecken Dresden zum Beispiel gerade erstmals urkundlich 1206 erwähnt wurde. Paris hatte zu dieser Zeit ca. 30000 Einwohner. Für unsere Begriffe war das der schönste Tempel, deshalb nennt man ihn sicher auch Frauentempel. Die filigrane Durchzeichnung der Reliefs ist außergewöhnlich. Unser Drang, den Tempel Angkor Wat endlich |
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zu erkunden, wurde dann doch so stark, dass wir uns von der Reisegruppe für einige Stunden abgesetzt haben und in den Tempel regelrecht eingetaucht sind. Zunächst ließen wir uns von einem Ballon für 12 $ pro Person in die Höhe hieven. Die Sicht war nur mäßig aber die Ausmaße vom Tempel Angkor Wat sind gewaltig , deshalb kann man`s empfehlen. Wie ist das alles hier entstanden, fragt man sich da. Das Reich von Angkor entstand im 9. Jahrhundert. Im Jahre 802 erklärte der am Hof der javanischen Sailendra-Dynastie geborene und aufgewachsene Khmer-Prinz Jayavarman II. die von den Khmer besiedelten Gebiete für unabhängig von Java und gründete damit das Angkor - Reich. |
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Er führte das Gottkönigtum ein, dessen Symbol das Lingam wurde, der Phallus des Shiva. Nördlich vom Tonle Sap See - auch Großer See genannt, ließ er sich von einem brahmanischen Priester als Devaraja (Gottkönig) krönen. Seine Hauptstadt verlegte er in den folgenden Jahren desöfteren. Zunächst war es Indrapura, dann Wat Ph`u und endlich Roluos bei Angkor, wovon noch heute die Roluos - Gruppe mit 3 Tempeln zeugt. Der unter seinem Nachfolger Indravarman I. erbaute hinduistische Tempel Phnom Bakheng gilt als Geburtsstunde der Stadt Angkor. Das ist übrigens der Tempel auf dem sich heute die Touristen zum Sonnenuntergang einfinden. Wie es da zugeht, ist weiter oben beschrieben. |
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Indravarman I. ließ auch ein großes Staubecken und Bewässerungssysteme anlegen, die gute Reisernten und den Wohlstand der Khmer sicherten. Später nutzten sie das Wasser auch für religiöseZwecke. Die Wassergräben und Seen rund um die Tempel von Angkor zeugen davon . Auch in den Jahrhunderten danach bauten die Khmer-Könige die Stadt weiter aus. Unter Jayavarman VII., der Ende des 12. Jahrhunderts den Thron bestieg, erreichte das Angkor-Reich seine größte Ausdehnung. Es umfasste fast das ganze heutige Thailand und Laos, erstreckte sich bis nach Burma, Malaysia und Vietnam . Jayavarman VII. trat vom Hinduismus zum Buddhismus über, der Staatsreligion wurde. |
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| Nördlich von Angkor Wat entstand eine ummauerte Anlage mit Tempelbauten und Teichen. Wir kennen diese heute als Angkor Thom oder große Stadt. In ihrem Zentrum errichtete man den Bayon, auch Staatstempel genannt. Er wurde nicht mehr fertig. Um 1220 starb Jayavarman VII. auf ungeklärte Weise. Sein Tod leitete den Niedergang des Angkor Reiches ein. Ende des 13. Jahrhunderts wurde der letzte Steintempel erbaut, um 1430 fielen die Siamesen von Westen her in das Land ein. Die Khmer gaben Angkor auf und errichteten eine neue Hauptstadt. Man kennt diese heute als Phnom Penh .Die einstigen Bewässerungsanlagen verfielen und der Dschungel überwucherte die Anlagen von Angkor. Erst 1860 entdeckte ein französischer Naturforscher namens Henri Mouhot die Tempel wieder. |
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Was muß das für ein überwältigendes Gefühl gewesen sein. Heute ist in allen Tempeln wieder Leben eingezogen. Sie sind wieder lebendige Orte der Religionsausübung und fast keine Anlage ist davon ausgenommen. Man wir überall praktizierende Buddhisten - darunter sehr viele Mönche - finden, die zum Einen in Andacht in den Tempeln verharren und andererseits, genauso fasziniert wie wir, durch das Heiligtum streifen. Und wenn man sich als Europäer nach vielen Jahren den Wunsch erfüllt hat, Angkor Wat zu sehen, so muß einfach soviel Zeit sein, dieses kolossale Bauwerk auf sich wirken zu lassen. |
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Der anfangs menschenleeren Innenraum vor dem Zentrum
des Tempels Angkor Wat gestattete eine ungefähr viertelstündige Phase
der Ruhe und Besinnung.
Anschließend war noch Gelegenheit zu unkomplizierter Konversation mit den gerade vorbeikommenden Mönchen. Wenn man es dann im wahrsten Sinn des Wortes auf die Spitze treibt, kann man auf vier übersteilen Treppen in das Zentrum des Tempels gelangen. Das schien mir aber von unten betrachtet eine nicht ganz ungefährliche Sache . Zum Einen ging es sehr steil bergan, zum Anderen waren da wieder die freundlichen Koreaner und Japaner in großer Zahl, die - Ameisen gleich - die Treppen verstopften. Ich unternahm den Aufstieg dann doch. Die Durchzeichnung der Reliefs auf dem Sandstein bis in die oberste Spitze ist wohl unerreicht. Da sind dann noch die - sozusagen in Augenhöhe gearbeiteten - Reliefs mit den Apsaratänzerinnen. Vollendete Kunst und vollendetes Handwerk. Wir kennen bisher nichts Vergleichbares. Man muß den Stein anfassen, sonst kann man`s nicht erfassen. Ein paar Fotos gelangen noch im rötlichen Abendlicht, womit sich der Lauf der Sonne und unser Besuch an dieser fast magischen Stätte für diesen Tag vollendet hatte. Gleichzeitig war es gelungen, am Morgen, zu Mittag und abends am Tempel Angkor Wat zu sein und so hatte ich mir das schon vorgestellt. |
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| Am nächsten Tag waren weitere Besichtigungen der Rolous-Gruppe geplant und der Flug von Siem Reap nach Bangkok stand auch schon wieder an. So ging es weiter... |
| Wenn jemand Bilder dieser Webseite - für welchen Zweck und in welcher Größe auch immer - als Originalscan oder Originaldatei brauchen kann, möge man sich zu den Bedingungen über die Kontaktmöglichkeit an den Autor wenden. |
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| aktualisiert 22.03.08 |