|
|
| Wo Miss Saigon auf Onkel Ho traf und was dabei heraus kam... |
| Gruppenreise ? Nee. Niemals. Punkt. Aus. Und doch stieß ich im Jahre 2002 bei meiner Recherche für eine Indochinareise auf ein Angebot, bei dem sich unsere Interessen mit dem angebotenen Programm recht gut deckten. Und ehrlich, was wußten wir denn, trotz tausender Vietnamesen, die dereinst in der DDR gelebt haben, über Vietnam ? Südvietnam mit seinem vermeintlichen Sündenbabel Saigon war höchstens als ehemaliges Kriegsgebiet in unseren Köpfen verankert. Das größte Fragezeichen war Kambodscha, trotzdem der Wunsch schon ewig bestand, seinen berühmtesten Schatz, die Tempelstadt um Angkor Wat mal zu besuchen. Alle Vorstellungen über die mehr als 800 Jahre alten Anlagen wurden dann auch weit übertroffen. |
| Der Bericht gründet auf einer Reise des Reiseveranstalters Phoenix-Reisen Bonn im Oktober 2004 durch Vietnam, Kambodscha und Thailand. Die Reise wird unter der Bezeichnung Kombinationsreise Vietnam, Kambodscha 15 Tage (Lotusblüte) angeboten. Die Reise in einer großen Gruppe ist sehr ungewohnt, denn das hat nicht nur Vorteile, da man vieles nicht beeinflussen kann und auch Leerlauf entsteht. Nicht zuletzt wird man bequem, was die Anwendung der englischen Sprache angeht. Sprachen waren halt Nord-West-und Süddeutsche Dialekte. Sachsen waren aber ooch dabei. Übrigens ist die Reise - mit Recht - so gefragt, dass wir uns 2002 erst wieder für 2004 anmelden konnten... |
|
|
Auch Bangkok war mit
eingeplant. Von dieser sprudelnden Metropole kann man ja nicht genug
bekommen. Es bestand dort unter anderem die Aussicht auf
hervorragendes thailändisches Hähnchen am Straßenrand vom Fahrradgrill für umgerechnet
20 Cent. Und dann waren da noch ein paar Tage Aufenthalt unter der Sonne in Thailands Süden vorgesehen. Wärme tut ja immer gut. Zufällig und ganz bestimmt nicht wegen dem eher mäßigen Strand war HUA HIN dabei eine gute Wahl, worüber weiter unten noch zu berichten sein wird. Es ging aber schon um das hübsche Gebäude im rechten Bild. Genug Gründe, diese 3-wöchige Reise nach Hinterindien oder Indochina zu machen. |
|
|
|
|
|
Der Weg sollte zu einem großen Teil mit einem Schiff auf dem Mekong und dem Tonle Sap Fluß zurückgelegt werden. Es waren damit beeindruckende Erlebnisse zu Wasser (blau), zu Lande (grün) und in der Luft (schwarz) zu erwarten. Neben den gewaltigen Naturschönheiten und den architektonischen Meisterwerken sind es aber immer wieder die Menschen Asiens, die uns in ihren Bann ziehen und diese Länder bereisen lassen. Wer jemals diese Leute abends auf den Dorfplätzen, beim Arbeiten auf den Reisfeldern oder Märkten, in den Tempeln oder beim Feiern erlebt hat und sich beim Beobachten Zeit genommen hat oder ihnen gar in die Töpfe geschaut hat oder - am bestem - mal mit gearbeitet hat, wird wissen, |
|
|
was gemeint ist. Beim Zeitfaktor sehen wir einerseits gleichzeitig die Grenzen einer Reise in einer Gruppe. Man muß andererseits auch darauf gefasst sein, dass eine Anzahl der Gruppenreiseteilnehmer nur zum Abhaken des Reiseziels dort unterwegs ist. Die Erwartungen an eine solche Reise können bei den Teilnehmern naturgemäß völlig entgegengesetzt sein. Mancher ist überhaupt nicht willens oder in der Lage, sich den spezifischen Bedingungen einer Asienreise anzupassen. Das zu erleben, kann das Reiseerlebnis durchaus trüben. Man darf das nicht außer Acht lassen und muss seine gesamte Toleranz mobilisieren. Das Erlebnis mit Gleichgesinnten zu teilen, kann aber ebenso bereichernd sein... Nun soll es aber zunächst mal um Vietnams Süden gehen. Statistisch gesehen ist der Monat Oktober in großen Teilen Asiens der Monat mit der höchsten Anzahl an |
|
|
Regentagen und markiert gleichzeitig vielerorts das Ende der Regenzeit. Bei unserem Aufenthalt hat es nur einmal nachts geregnet. Ansonsten herrschten tagsüber i.A. Temperaturen von 30 bis 35 Grad C. Die Nachttemperaturen liegen auch bei über 25 Grad C, weswegen wir schon Hotels mit Klimaanlage bevorzugen. Anreise und 1.Tag: Inclusive 5 Stunden Zeitverschiebung zur MESZ ist man beim Abflug von Dresden gegen 11:00 Uhr am Vormittag über Frankfurt und Bangkok gegen 10:30 Uhr Ortszeit des nächsten Tages in Saigon, das eigentlich Ho Chi Minh Stadt heißt. |
|
|
Das entspricht einer Gesamtreisedauer von etwa 19 Stunden . Fluggesellschaft war in diesem Fall die thailändische THAI, die mit B 747- 400 fliegt. Beim Service der THAI gibt es nichts zu meckern, alles wird mitdem sprichwörtlichen thailändischen Lächeln von hübschen Stewardessen erledigt. Der Abstand zu Singapur Airlines wird kleiner :-) Am zum Gähnen langweiligen Filmprogramm könnte die THAI mal was verändern. Tom Hanks hat`s im "Terminal" zum Glück etwas rausgerissen. Bei knapp 11 Stunden Non-Stop-Flug nach Bangkok spielen wenige Zentimeter mehr Sitzabstand eine nicht zu unterschätzende Rolle. Jeder Economy-Fan wird das bestätigen. Nur dort hat die THAI |
| wohl leicht die Nase vorn. Am 07.10.04 kamen wir also in Saigon an. Nach dem Passieren eines unübersehbaren Gewusels am Flughafendes heutigen offiziellen Ho Chi Minh City - empfing uns die Stadt am 07.10.04 mit eindeutigen Signalen. Es war zu vermuten, daß wohl nur noch wenig Platz für Miss Saigon sein würde. Doch es war anders. Und obwohl wir Hanoi nicht kennen, glauben wir nicht, daß es einen großen Unterschied im Lebensstil der Bevölkerung im Norden und Süden gibt. Es ist Asien und man ist einfach mitten drin. Und die Südvietnamesen wurden genauso mit Agent Orange vergiftet bzw. müssen die Spätfolgen genauso tragen, egal, welcher Ordnung |
|
|
|
der Gesellschaft sie vorher unterworfen waren. So wird man auch gleich auf die Probleme aufmerksam, die offiziell gern verschwiegen werden. Denn, wer wollte, konnte am Nachmittag gleich die unterirdischen Verteidigungsanlagen der Vietnamesen gegen die Franzosen und Amerikaner bei Cu Chi besuchen, die ca.50 km nördlich von Saigon zu finden sind. Hier fingen die gegenteiligen Auffassungen der Reiseteilnehmer bereits an. Wir meinen aber, es ist ein Muß, sich das anzusehen. Auf dem Weg dorthin entstand dieses friedliche Bild. Auf den ersten Blick nichts Besonderes. Man erfährt aber, daß hier eine der Gegenden ist, über der die Amerikaner das Entlaubungsmittel Agent Orange tonnenweise (!!) |
| versprüht haben. Die Deckung der Vietnamesen sollte durchbrochen werden. Gleich sieht man die Landschaft mit anderen Augen. Letzten Endes ist es ihnen nicht gelungen aber die Menschen tragen die grausamen Folgen noch heute. Jeder weiß, welche Hysterie in den Medien bei uns erzeugt wird, wenn in Europa in irgendeiner Chemiebude das Austreten weniger Gramm Dioxin nur vermutet wird. In Vietnam waren es T O N N E N von dem Zeug und so ist ein Teil des Landes immer noch dermaßen verseucht, daß weiterhin missgebildete und geschädigte Kinder auf die Welt kommen. Ganz viele Vietnamesen kennen die Gefahr überhaupt nicht. Niemand sagt es ihnen und sie werden mit diesem Problem auch allein gelassen. Können wir |
|
| uns in Friedenszeiten überhaupt vorstellen, was hier los war. Ich glaube nicht. Die feigen Amerikaner haben weder zugegeben, daß die Chemikalien die Landschaft und die Menschen verseucht haben noch einen Cent zur Wiedergutmachung geleistet und sie haben das auch nicht vor. Das haben uns die Vietnamesen verschwiegen, aber die Tatsache ist hinreichend erwiesen. Wie uns heute im Jahre 2007 täglich vor Augen geführt wird, hat dieses Land als selbsternannter Hort der Demokratie nicht die geringsten Skrupel, seine Interessen wieder mit brutaler Gewalt durchzusetzen. Damals war es Dioxin, heute sind es Bomben. Warum sollte man sich für etwas entschuldigen, was nach ihrer Auffassung das Recht des Stärkeren ist ? Wie lange läßt sich die amerikanische und zunehmend auch die europäische Bevölkerung von dieser Clique eigentlich noch verarschen ? |
|
|
|
Nach ca. 1 Stunde höchst nachdenklicher Busfahrt erreicht man die Gegend bei Cu Chi. Auf über 200 km (!) ziehen sich die unterirdischen Tunnelanlagen in mehreren Stockwerken hin. Man kann selbst in Teilen der Anlagen herumkriechen. Es ist einfach beklemment und unvorstellbar. Und wenn man das ganze nicht als Kinderspielplatz sieht, verläßt man die Tunnel mit beklemmenden Gefühlen schnell wieder. Man hat verschiedene Fallen in eher mittelalterlicher Art gebaut, um den Zugang für den Feind zum Tunnelsystem zu verhindern. Hier sind einige zu sehen. Man erfährt, daß pro Quadratmeter 60 kg (!) abgeworfene Bombenreste gesammelt wurden. Äußerst befremdlich fanden wir den Schießstand in diesem Gebiet, auf dem diejenigen, die das brauchen, es für einen US $ pro Schuß krachen lassen konnten. Die Ereignisse werden reduziert auf den - mit Sicherheit heldenhaften und opfereichen - Kampf der Vietnamesen unter der Erde aber das Grauen auf der Erde unter der Zivilbevölkerung ist kaum Gegenstand der Vorstellung. Und: Die hier im Einsatz gewesenen GI´s, die damals nicht zum Biertrinken herkamen und sich heute wieder getrauen, an die Stätten ihrer Verbrechen zu kommen, werden freundlich aufgenommen. Sie sollten sich eigentlich in den letzten Abgrund schämen. Rätselhaftes Asien. |
|
|
Man bekommt sehr schnell einen Eindruck vom Wahnsinnsverkehr in Saigon, vor allem mit Mopeds. Die Toleranz der Leute ist jedoch so groß, daß es ohne weiteres möglich ist, bei diesem fließendem Verkehr - fahrend - auf der Gegenfahrbahn zu kreuzen ( ! ). Einfach unglaublich. |
|
|
Tanzdarbietungen sind ein besonderes Erlebnis. Auch wenn es oft "nur" Darbietungen für die Touristen
sind , lohnt es in Asien immer, sich das anzuschauen, da hier nach
unseren Erfahrungen wirklich Perfektion geboten wird. Und die asiatischen
Schönheiten sind ja sowieso ein Hingucker.
Es war nach einem hervorragenden Essen ein sehr schöner Abschluss des Abends des ersten Tages in Saigon. Beschämend das Verhalten mancher Touristen, die das Gebotene mit Unaufmerksamkeit und Nichtachtung quittierten. |
|
|
Miss Saigon ist doch nicht ganz verschwunden. Kneipenreklame in der Nähe von Notre Dame in Saigons Zentrum. |
| Am 2.Tag war Sozialismus angesagt. | |
| Hier geht`s hin... |
| Bei allen Reisen und insbesondere den Asien-Reisen ist uns seit mehreren Jahren die äußerst professionelle Arbeit der Dresdner Filiale ATLAS-REISEN-PARTNERUNTERNEHMEN im CITY-CENTER 01069 Dresden, Friedrich-List-Platz 2, Telefon : 0351 4716040 gegenüber dem Dresdner Hauptbahnhof eine wichtige Unterstützung. Herzlichen Dank dafür an dieser Stelle ! |
| Vietnam | 1.Tag | 2.Tag | 3.Tag | 4.Tag | 5.Tag | ||||
| Kambodscha | 6.Tag | 7.Tag | 8.Tag | 9.Tag | 10.Tag | 11.Tag | 12.Tag | ||
| Thailand | 13.Tag | 14.Tag bis 19.Tag | |||||||
| Wenn jemand Bilder dieser Webseite - für welchen Zweck und in welcher Größe auch immer - als Originalscan oder Originaldatei brauchen kann, möge er sich zu den Bedingungen über die Kontaktmöglichkeit an den Autor wenden. |
| © hans-peter waack | Themen | Gästebuch | home | |
| aktualisiert 22.03.08 |