| Thailand - Auf dem Bahndamm nach Hua Hin |
|
|
Als Abschluß einer dreiwöchigen Indochinareise ging`s mit dem Bus von Bangkok über eine autobahnähnliche Straße `gen Süden nach Cha Am in ein kleineres Hotel etwas außerhalb im Süden des Ortes. Die Erlebnisse der letzten Tage am Golf von Thailand wären schnell erzählt, wenn wir den Badeaufenthalt wörtlich genommen hätten. Es wäre töricht, am Strand oder Hotelpool rumzudösen. |
| Es gab dort die Aussicht, in Hua Hin was Besonderes zu sehen. Was Königliches. Nach ca. 4 Stunden Busfahrt von Bangkok ist man dort. Zug wäre mir lieber gewesen. Erster Eindruck: Der Strand ist mit den uns bekannten thailändischen Stränden von Phuket oder Ko Phi Phi nicht vergleichbar. Da die Zeit in Thailand aber wirklich zum Baden zu schade ist, fällt es nicht schwer, was zu unternehmen. Am nächsten (15.) Tag machte ich mich auf den Weg nach HUA HIN, zum...Bahnhof, wohin sonst :-) |
|
| km 0 lässt Abwechslung erwarten |
| Und da die Southern Line ( Bahnstrecke von Bangkok in Richtung Süden nach Sungai Kolok ) fast am Hotel vorbeiführt, beschloß ich, auf dem Bahndamm hin zu laufen. Aber in Asien ist vieles relativ anders. Fast am Hotel vorbei heißt in dem Fall ca. 2 Km. Es ist auch relativ warm. Beim Start gegen 09:00 vormittags herrschten knapp 30 Grad im Schatten, der Planet brütete und der Himmel war blau. Ich dachte, daß es sinnvoll sein könnte, eine Schirmmütze mitzunehmen und packte diese in den Rucksack. |
|
| bei km 1 hat sich nichts geändert |
| Nach 200 m holte ich sie wieder raus. Die 2 Km vom Hotel bis zur Strecke und bei der tropischen Hitze und wenn es durch den Urwald geht, sind relativ viel. Da habe ich bereits überlegt , ob ich nicht besser wieder umkehre und ein Tuk-Tuk nehme. Aber es bestand ja auch die Aussicht auf paar schöne Fotos von den Zügen. Und so zog ich los. Immer das endlos erscheinende und meistens deprimierend geradlinige Band der Strecke im Blick und ohne genau zu wissen, wie weit es eigentlich ist. Und so richtig abwechslungsreich war die Strecke |
|
| bei km 2 traf ich Leute am Meiler |
|
|
|
|
| bei km 3 konnte man eine Investruine durchwandern | ||
| auch nicht. Man sah halt kilometerweit Wald und Schotter, ab und zu unterbrochen durch ein paar Bananensträucher und Hütten. Mir war nach wenigen Kilometern klar, daß ich etwas zu trinken hätte mitnehmen sollen, denn mittlerweile war die Hitze unerträglich und das Schotterbett extrem aufgeheizt. In einem dörflichen Anwesen mit 4 - 5 Hütten gab es dann | ||
|
|
überraschend eiskaltes Wasser zu trinken. Ein unbeschreiblicher Moment. Und nicht ganz ungefährlich, das kalte Wasser. Wie halten das die Leute am Meiler aus, die Holzkohle hergestellt haben ? Außerdem packte |
|
| Action bei km 5 am Bahnübergang, aber kein Zug | ||
| ich den Rucksack mit Wasser voll. Absoluter "Höhepunkt" der Strapaze waren unterwegs 3 dörfliche Bahnübergänge zumal ich bis dahin immer noch keinem Zug begegnet war. Man konnte aber das Leben hinter den Kulissen studieren, das mit dem in den Ferienprospekten - auch von dieser Gegend - nichts zu tun hatte und das die Pauschaltouristen i.A. auch nicht sehen wollen. Auf den letzten Kilometern am Stadtrand von Hua Hin war an der Strecke mehr los. Jeder ist hier Vieh-züchter und Kindergarten und "Bistro" gleichzeitig. |
|
| km 7 sieht aus wie km 1 und 2 ... |
|
|
In Wanderpausen im letzten Abschnitt am Stadtrand traf ich ausnahmslos auf hilfs-bereite und äußerst freundliche Leute die nicht verstanden haben, warum da einer von den Langnasen auf den Gleisen läuft obwohl gerade das in Asien nicht untypisch ist. |
. |
| Bahnübergänge bei km 8 und ... | ... km 9 |
| Aber hier war es den Leuten sicher zu heiß auf dem Schotter. Nach reichlich 12 Kilometern und 3 1/2 Stunden und keinem Zug in keiner Richtung und zugegeben völlig erledigt, erreichte ich endlich die Einfahrweiche des Bahnhofs Hua Hin. Für Fachleute interessant lag hier eine Betonschwellenweiche, die ich in Thailand nicht erwartet hätte. Wie auch immer, ich war angekommen und obwohl das keine Durststrecke in einer Wüste war, ist man doch ziemlich erledigt in der Hitze. |
|
| Betonschwellen bei km 12 |
|
|
Ohne ein trockenes Stück Klamotten am Körper, wollte ich mir eine verdiente Pause gönnen und die Leute beobachten, aber nun kam der Zug aus dem Süden, den ich schon unterwegs gehofft hatte, zu treffen. Also endlich ein |
|
|
|
Foto von einem Zug ... aber ach, volles Gegenlicht und hartes Mittagslicht ließen Schlimmes ahnen. Egal, ich war da. Wie in Asien üblich, bereiten sich fliegende Händler vor der Ankunft eines jeden Zuges mit Eifer darauf vor, ihre Waren an den Fahrgast zu bringen. |
|
|
|
|
Und das ist nun das berühmte, im thailändisch-viktorianischen Stil erbaute Bahnhofsgebäude des ersten Badeortes in Thailand. Das Gebäude ist dem König vorbehalten, der Hua Hin zu seinem Sommersitz auserwählt hat. Etwas unterhalb des Bahnhofs übrigens, in der Damneonkasem Road gibt es einen Fotoladen auf der linken Straßenseite. Dort habe ich im Anschluß an die Tour meine gesammelten Urlaubsfilme zur Entwicklung gebracht und |
|
| digitalisieren lassen. Es gibt freilich noch jede Menge solcher Läden mehr, aber dort fand ich`s ziemlich einfach, den Preis zu verhandeln. Nach 2 Stunden hatte ich jedenfalls die Bilder im Format 10x15 cm in 1a-Qualität und die CDs von 22 Filmen für etwa 4000 Bath (umgerechnet rund 90 Euro) in den Händen. Deutschland ist das nicht für das Geld und nicht in der Zeit möglich. So macht das Spaß.... |
|
| Und während meine Filme entwickelt wurden, beobachtete ich auf dem Bahnhof weiter das Treiben. Nun kamen auch Regional - und Fernzüge mit urigen und modernen Lokomotiven. Und wenn dann noch ein Mönch aussteigt ist das für Europäer alles hübsch exotisch. Einen Tag später (16.Tag) schauten wir uns die Stadt an. Hua Hin selbst ist nicht so der Renner, jedenfalls nicht so sehr ursprünglich. Das wahre Thailand ist das sicher nicht. 35000 Einwohner gehen ihrer |
|
|
|
Arbeit nach und haben sich voll auf Tourismus eingestellt. Dazu kommen Europäer und Australier. Wie üblich, wird an jeder Ecke alles gehandelt, was vorstellbar ist und wenn`s nach den Taxifahrern ginge, würde jeder Gast von Laden zu Laden gefahren werden. Fisch wird nachts mit Licht gefangen. Die Boote sind voll ausgerüstet und reihen sich in der Dunkelheit vor der Küste in eindrucksvoller Reihe aneinander. Den Fischen gegenüber finde ich`s aber unfair. |
|
| Nach einem Tag "Urlaub" zog`s mich (am 18.Tag) noch einmal an die Strecke, da ich mir noch die andere Richtung bis nach Cha Am ansehen wollte. Weil die Hitze wieder extrem war - und auch meiner lieben Frau zuliebe - nahm ich mir dann doch nicht die ganze Strecke vor. Jetzt kam aber erst mal ein Zug aus Richtung Hua Hin - wieder Gegenlicht. Bei dem seltenen Zugverkehr habe ich den trotzdem abgelichtet und spazierte wieder auf den Gleisen, dieses Mal in Richtung |
|
|
|
Norden. Weit bin ich nicht gekommen, denn bald traf ich die Leute auf den Gleisen, die in Asien doch nicht so selten sind. Die kürzesten Wege sind immer die direkten. Die freundliche Thailänderin auf dem Bild links |
|
| hat meinen Fotoapparat bemerkt, als wir uns kurz nach dem Foto auf dem Bahnsteig eines kleinen Dorfhaltepunktes namens Huai Sai Tai getroffen haben. Obwohl sie sicher andere Sorgen hatte, bestand Sie auf einem Foto und postierte sich extra als "Modell" vor das Bahnhofsschild. Kurz danach kam ich mit dem Bahnhofspersonal ins Gespräch. Das war nicht schwer. Allerdings waren Hände und Füße nötig. Dazu gab`s eine Einladung zu einem wunderbaren Kaffee aus der Dienstkaffeekanne und einen Rührkuchen |
|
|
|
vom Feinsten gab`s auch. Also wenn das kein Service ist... Unter diesen Umstän-den habe ich es vorgezogen, zusammen mit dem freundlichen Stationspersonal den Kuchen in Ruhe aufzuessen und zu warten, was da noch so auf den Gleisen daherkommt. Zum Baden war dann auch noch Zeit und am Abend gab es u.a. wunderbare Darbietungen thailändischer Tänze. Einen Tag später (19.Tag) war Schluß mit der Herrlichkeit und wir |
|
brachen auf, um mit dem Bus nach Bangkok zu fahren. Es war ein Sonntag
und man mußte `drum fürchten, den
Flieger nicht zu kriegen, weil uns die allgemeine Rückreisewelle aus dem
Wochenende auf dem Weg nach Bangkok über 50 km stop and go bescherte. Und es gibt
mangels geeigneter Strassen auch keine Umfahrung. Der Verkehr war wirklich
unglaublich.
Das ist eben Thailand. Der Rückflug verlief mit der Thai wieder fast planmäßig. Fast. Bei Ankunft am Frankfurter Flughafen war die Zeit zum Weiterflug nach Dresden längst heran aber es wollten offenbar genug Leute mit, so daß man wartete. Geführt von einem Flughafenangehörigen stürzten wir durch das unüberschaubare Frankfurter Baustellen-Chaos mit seinen ätzend langen Fußwegen in einem Affenzahn zum Flugzeug nach Dresden und fielen in die Sitze. Unsere Gepäckstücke haben es nicht geschafft und kamen später mit dem Taxi nach und in Dresden war es kalt... Das ist eben Deutschland. Der Urlaub war zu Ende. Es war - nicht nur aber vor allem - wegen des Aufenthaltes in Kambodscha eine unserer schönsten Reisen. |
| Vietnam | 1.Tag | 2.Tag | 3.Tag | 4.Tag | 5.Tag | ||||
| Kambodscha | 6.Tag | 7.Tag | 8.Tag | 9.Tag | 10.Tag | 11.Tag | 12.Tag | ||
| Thailand | 13.Tag | 14.Tag - 19.Tag | |||||||
| © hans-peter waack | Themen | Gästebuch | home | |
| aktualisiert 20.03.08 |