Bangkok Motorenöl und Hefeklöße  
19.10.04
13.Tag

                                       
                                       
                                       
                                       
                                       
                                       
                                       
                                       
                                       
            Bangkok ist die Stadt der Buddhafiguren. Manche sind so schön und  
            heilig, daß sie nicht fotografiert werden dürfen. Andere könnte man  
            fotografieren, wenn die Menschenansammlungen davor oder wenn sie  
            selbst nicht so groß wären.Deshalb kann man diesen Buddha nur  
            zur Hälfte sehen. Er besteht aus 3,5 Tonnen (!)Gold und steht im eher  
                                       
                                       
                                       
                                       


unscheinbaren Tempel Wat Trimit in Chinatown. Man hat ihn erst 1935 entdeckt. Bis dahin war er unter Gips versteckt. Über einen Obolus von 20 Bath gelangt man in den Wat Pho. Allein dort findet man über 400 weitere  Buddhafiguren. Die Hauptattraktion des Tempels ist aber der liegende Buddha. Dieser wurde aus Ziegelsteinen gemauert, mit Stuck überzogen und vergoldet. Diese Figur ist nur sehr schwer zu fotografieren, weil sie so lang ist und rundum durch die Wände der Platz eingeschränkt ist. Angela hat`s aber trotzdem toll hinbekommen. Im Wat Pho befindet sich zudem Thailands bedeutendste Schule der klassischen Thai-Massage. Es ist sehr empfehlenswert, sich dort einer Massage zu unterziehen, wenn man denn drankommt. Ohne Wartezeiten geht es nicht. buddha_wat_trimit_191004_c_500.JPG (48805 Byte)

Der Webmaster bestätigt die Wirksamkeit einer Fußreflexzonenmassage bis kurz vor den Zustand des Sauerstoffmangels. Man glaubt, es nicht zu überstehen aber letztendlich ergibt sich eine verblüffend erholsame Wirkung.Die weitere Besichtigung im Wat Pho ging dann recht leichtfüßig. Mit etwa 150-350 Bath war man 2001 dabei. 2004 bekam man für einen Euro ca. 45 Bath. Ein weiterer Höhepunkt und unbedingtes Muss ist der Große Palast, der in Sichtweite zum Wat Pho liegt. Königssitz bis 1946 . Rama I. hat versucht , hier Teile der alten Königsstadt Ayutthaya wieder zu errichten. Ist ganz gut gelungen... buddha_im_wat_po_191004_c_550.JPG (108832 Byte)

Das älteste Gebäude wurde 1789 gebaut. Teil des Palastes ist der Wat Phra Kaeo , sozusagen der "Haus"-Tempel der Könige und gleichzeitig der heiligste Tempel. Hier tront auch der heiligste Buddha. Er besteht aus Jade wird aber von Thais Smaragdbuddha oder auch Emerald Buddha genannt.  wat_phra_kaeo_0701_c_b400.JPG (16582 Byte)

Jeder Palast hat selbstverständlich Wächter und die gibt es hier in großer Zahl. Einige wurden gerade neu "eingekleidet".

 

 


Die Tempel in Asien sind immer voller Leben und es ist interessant , das mitzuerleben. Das gemeinsame Mittagessen der Mönche gehört dazu aber auch der Besuch der Gläubigen aller Schichten und jedes Alters.


Wie wissen freilich nicht genau, was sich die Gläubigen gewünscht haben aber es geht sicher auch hier um die Liebe und die Familie und die Gesundheit und den Wunsch nach Erfolg. Eine weitere knappe halbe Stunde war dann Zeit, ohne Fotoapparat das Treiben zu beobachten.

Wann schalten wir Europäer eigentlich noch ab und gehen mal mit uns in uns ?


bangkok_wassertaxi_moenche_191004_c_500.JPG (29526 Byte) Wie in jeder Stadt, die wir bisher besucht haben, stand auch hier der Wunsch, den Bahnhof zu besuchen - jedenfalls bei mir steckt das so drin. Aber meine liebe Frau hat sich bereit erklärt, mich zu begleiten. Und am Ende ist der Bahnhof solch einer Metropole ja immer auch ein Spiegelbild des Lebens an sich. 

Vom Großen Palast geht man wenige Minuten und nach 200 m durch einige Händlerstände ist man schon am Chao Phraya, dem ewig unruhigen und viel befahrenen Fluss.  Nach einem Mittagessen zu sehr moderaten Preisen auf einer der äußerst zahlreichen Terrassen direkt am Wasser erreicht man den nächstliegenden Schiffsanleger für die Wassertaxis. Er heißt Tha Chang Pier.

Man hätte auch ein Taxi nehmen können, aber diese Tour mit dem Linienboot für 20 Bath kann man sich nicht entgehen lassen, denn nun ist man drin im wahren Leben dieser Stadt.  

Wenn das Taxi kommt, springt man auf und los geht`s. Trödeln sollte man nun gerade nicht.

Nichts mit "Warten Sie am Ufer bis das Boot zum völligen Stillstand gekommen ist ..." wie wir`s von der Elbe kennen und Ketten und Geländern und Warnschildern und solchen Sachen und das geht auch.  Nach kurzer Zeit kommt die Kassiererin mit Ihrer typischen Rolle, welche die Fahrscheine und das Wechselgeld enthält.

Ich weiß nicht, wie sie den Überblick behält. Vorbei am sehr interessanten Tempel Wat Arun geht es bei vergleichsweise angenehmen Temperaturen einige Haltestellen flußabwärts. 

Auf dem Gelände des Wat Arun haben wir die beeindruckendsten Wächterfiguren gesehen. Was passiert aber, wenn man glaubt, sich ohne Stadtplan zurechtzufinden ? Wenn man den Chao Phraya vom Großen

bangkok_wat_arun_vom_wasser_191004_c_500.JPG (50052 Byte)

Palast aus flußabwärts fährt und zum Bahnhof Hualampong Station gelangen möchte - was üblicherweise wohl die wenigsten Touristen versuchen - muss man im Süden von Chinatown an Land gehen. In der Annahme, dass wir am richtigen Pier ausgestiegen sind, machten wir uns also auf den Weg zum Bahnhof. Dabei musste ich meine liebe Frau immer wieder motivieren die Richtung zum Bahnhof einzuhalten, denn sie hatte nicht ganz so großes Interesse an dieser Sehenswürdigkeit mit Schienen. Dabei sind wir  tief in die Gassen von Chinatown abgedriftet. Aber wie meistens, wird es da am interessantesten. Dieses Mal haben wir also das Autoersatzteilviertel durchquert, ohne genau zu wissen, wie wir hingekommen sind und wie es wieder `raus geht. Aber es war wirklich unglaublich, was man da sehen konnte. Jeder schien sich auf eine Ersatzteilgruppe spezialisiert zu haben. Man lasse einfach die Bilder auf sich wirken. bangkok_chinatown_pickup_191004_c_500.JPG (100062 Byte)

bangkok_chinatown_strasse_191004_c_500.JPG (93232 Byte) bangkok_chinatown_3_schrauber_191004_c_500.JPG (72238 Byte)

Am beeindruckendsten waren zwei Ersatzteillager mit Zahnrädern und Wellen von gewaltiger Größe.

Wir wissen nicht, wie sie sich hier durchfinden aber scheinbar haben die Händler den Überblick. Man konnte vor diesen "Läden" auf einer Länge von sicher mehreren Hundert Metern junge Leute beobachten , die mit Eifer immer weitere Ersatzteile "produzierten". Man konnte aber genauso beobachten, wie das Motorenöl förmlich auf den Straßen stand. Die Gassen wurden immer enger und der Ölgestank bei über 30 Grad unter den fast vollständig abgedeckten Straßenzügen war äußerst bemerkenswert, was die Autofahrer nicht davon


abhielt, die Durchfahrt auch noch zu versuchen. Dabei fuhren sie im Motorenöl, was dessen gleichmäßige Verteilung  auch bis vor die artfremden Geschäfte zur Folge hatte. Man stelle sich in dieser ölgeschwängerten und damit  "nasenbetäubenden" Situation vor, daß jemand eine Backofentür mit frischen Backwaren öffnet.

So geschehen mitten in diesem riesigen Ersatzteillager. Größer kann ein Kontrast nicht sein und das menschliche Gehirn  signalisiert einfach nur : Zugreifen ! Wir griffen zu. Und zwar gab es da feinste Hefeklöße oder so etwas ähnliches mit einer unbeschreiblichen Frucht obendrauf , das alles ganz leicht mit einem lieblichen Öl bestrichen  und von einer freundlichen jungen Dame serviert , daß man dort gar nicht mehr weg wollte.Aber wie waren ja immer noch auf dem Weg in Richtung Bahnhof. Und obwohl die Strassen in Ersatzteilchinatown fast kein Ende nahmen,  kamen wir irgendwann an.

Hier noch einige Eindrücke vom Bahnhofsgelände. Man sieht , daß es überall recht locker zugeht und das Eisenbahngeschäft läuft trotzdem auf Hochtouren, da hier alle wichtigen Strecken des Landes beginnen. Weitere Bilder mit Bahnmotiven aus Bangkok gibt es z.B. hier.


Im Anschluß gab es noch eine Fahrt mit der neuen Skybahn durch Bangkoks enge Strassen. Es sehr unbequem bei der Hitze, diese Stadtbahn in der 1. oder 2.Ebene über den Strassen zu erreichen , da es kaum Rolltreppen gibt. Und wie man sieht, muß man wirklich sehr hoch zu Fuß steigen. Architektonisch ist das Ganze eine Katastrophe.

Zwischen diesen beiden Bilder liegen reichlich 2 1/2 Stunden Shopping in einem hochmodernen Einkaufszentrum. Ein Zugeständnis an meine liebe Frau aber zu 2 Fotos kam ich ja auch :-) Man kann also an einem Tag in dieser Stadt allerhand erleben. Mit einer ungewöhnlichen Taxifahrt durch 

Bangkok endete unser Kurzaufenthalt in Bangkok. Der Fahrer kannte sich offensichtlich nicht aus und verstand nicht mal seine Landessprache auf der Visitenkarte des Hotel oder wollte sich nicht auskennen, denn wir fuhren zum falschen Hotel und in die falsche Richtung usw. und bevor man das selbst merkt läuft das Taximeter und läuft und läuft. Ein alter Trick. Man muß also aufpassen und vorher genau klären wohin man will. Das war uns vorher noch nie passiert. Am nächsten Tag ging es mit dem Bus nach Cha Am an den Golf von Thailand. Cha Am war mit Bedacht ausgesucht und trotzdem es ein Badeurlaub sein sollte, bestand die Aussicht auf das schönste Bahnhofsgebäude Thailands im Nachbarort Hua Hin und wie das dort weiterging, erfährt man demnächst hier.

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aktualisiert 20.03.08