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Indonesien  
Zu den Tempeln auf der Insel Bali 


Zu den Tempeln auf der Insel Bali 

Es gibt wohl keinen weiteren Platz auf der Erde, an dem es mehr religiöse Stätten als auf der Insel Bali gibt. Mit Sicherheit sind es wenigstens 3 mal mehr Tempel als Häuser. Und man kann sich keinen größeren Unterschied vorstellen, als den zwischen einem Sonntagmorgen-Gottesdienst in Deutschland und einer Zeremonie -aus welchem Anlass auch immer- in einem balinesischen Tempel. 
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Am Tempel Tanah Lot - der Meerestempel 

Pura Tanah Lot  - das Land inmitten des Meeres - am 05.11.2005

Der oben zu sehende, berühmte Meerestempel Tanah Lot - hier bei Ebbe - ist sicher von der Lage her an der Südwest-Küste äußerst attraktiv, aber um Ruhe zu finden, ist er ungeeignet. Aber man darf ohnehin nicht hinein. Dieser Tempel steht für die Balinesen direkt an der Quelle, aus dem das Böse kommt. Und so hat dieser Tempel die wichtige Aufgabe, die im Meer lebenden Dämonen abzuwehren. Die Totalkommerzialisierung des Umfeldes lässt den Besuch im Grunde unattraktiv werden, trotzdem man ihn schon gesehen haben muss. Aber es geht auch anders, wie die folgenden Bilder aus dem Pura Sakenan und anderen Tempeln zeigen.


Tempelfest am Strand von Lebih - Südostküste 

Zu den durchaus nicht überraschenden Momenten gehört, daß man irgendwo auf der Insel immer auf eine Prozession oder einen Tempelgeburtstag (Odalan) oder eine sonstige Veranstaltung trifft, denn die sind ja nicht so selten. Aber die finden auch immer in einem Tempel statt, dachte ich bisher jedenfalls. Am Strand von Lebih, südlich von Gianyar, hatte man aber ein Fest ausgerichtet, welches mich in seiner Größe verwunderte, denn es gibt dort keinen Tempel. Man hatte die üblichen Bambusgerüste errichtet, das war alles. Und die Leute strömten einen ganzen Tag lang ohne Pause. Während ein paar Stunden haben wir das Treiben beobachtet. Ja, im Wasser sind die Geister, da muss man schon überlegen, ob man hinein geht.
Lebih am 09.12.07

junge_strand_2_091207_c_800.jpg (80108 Byte) junge_strand_091207_c_800.jpg (71400 Byte) junge_strand_3_091207_c_800.jpg (79733 Byte)

Im Tempel Pura Taman Ayun  in Mengwi 

frauen_mengwi_161206_c_b450.jpg (87995 Byte) Schon die oft tagelangen Vorbereitungen sind höchst interessant. Die Dorfgemeinschaft sitzt gemeinsam bei den Arbeiten und der Spaß kommt nicht zu kurz, vor allem, wenn ein Tourist eine Fotoerlaubnis erfragt. Die bekommt man im Allgemeinen auch ohne Probleme und ein Lächeln gratis dazu. Aber manchmal eben auch nicht. Und das muss man akzeptieren.
Pura Taman Ayun 16.12.06

Tempel ... -  600 m östlich der Flussmündung des Petanu-Flusses - Südostküste

pura_masceti_091207_c_b800.jpg (140691 Byte) Obwohl wir hier zwei Jahre früher eines der beeindruckendsten Feste erlebt haben, wissen wir nicht, wie der Tempel heißt. Man findet den Namen auf keiner Karte und selbst im Internet nicht. Interessant ist, daß man, wenn kein Fest ist, den Tempel ob seiner "Durchschnittlichkeit" kaum wieder erkennt. 
09.12.07 
 Der gleiche Tempel, wie oben, zwei Jahre eher und mit einem großen Fest. 

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00197898_preview.jpg (178963 Byte) Wenn man schon das Glück hat, eine Fest als Zuschauer zu erleben, sollte man das nicht auf`s Spiel setzen und Zurückhaltung üben, wo es geht. Man darf den Tempelbereich ohnehin nicht ohne Sarong besuchen, wer also keinen hat, bleibt draußen. Die Plätze im Tempel, auf denen die Reinigungszeremonien stattfinden, sind tabu, es sei denn, die Frage nach einer Erlaubnis zum Betreten und zum Fotografieren, wird erteilt. Ich halte es so, daß ich einige Leute im Tempel, die die Reinigungszeremonie noch vor sich haben, nach der Erlaubnis frage. Mit angelegtem Sarong habe ich diese bisher immer bekommen. Selbstverständlich hält man sich auch beim Fotografieren im Hintergrund und steigt nicht über die auf dem Boden 
04.11.05

pura_priester_041105_c_b800.jpg (116917 Byte) sitzenden und betenden Gläubigen hinweg, wie ich es auch schon gesehen habe. Man geht überhaupt nicht zwischen den Leuten durch. Das sind sicher selbstverständliche Verhaltensweisen, aber ein großer Teil der Touristen hält wohl Bali für einen Zirkus. Ein Teleobjektiv ist sinnvoll. Ist es Odalan, ein Fest zur Tempelweihe, vielleicht ist es Galungan, das Fest des Sieges des Götterkönigs über die Dämonen, vielleicht ein Fest zur Verehrung der Reisgöttin oder ein Ritual zur Reinigung aus verschiedenen Gründen. Wir werden nicht alles verstehen, was abläuft und meist werden wir nicht wissen, was genau der Grund für das Fest ist. Aber das muss uns nicht beunruhigen.
04.11.05

00990717_preview.jpg (53316 Byte) Auch die Gläubigen hier wissen nicht alles, denn sie sind in erster Linie passiv Teilnehmende. Die Priester sind diejenigen, die die Macht des Wissens um die Feiertage in den Händen halten. Sie berechnen den Termin für die Feste. Sie sind auch diejenigen, die, unterstützt durch Hilfspriester, die Reinigungszeremonien mit heiligem Wasser vollziehen.
04.11.05


Im Tempel Pura Sakenan auf der Insel Pulau Serangan

tanz_sakenan_4_011206_c_700.jpg (99687 Byte) Im Tempel Pura Sakenan wurde vom 29.11.06 an das 10-tägige Galungan-Fest gefeiert. Es ist das wichtigste Fest auf der Insel Bali. Im Glauben der Balinesen kommen die Ahnen zu ihren früheren Wirkungsstätten zurück und müssen nun von den Verwandten gebührend empfangen werden.  Das Fest endete am 09.12.06 mit dem Kuningan-Tag. Zufällig gelang es erstmals, dieses Fest mitzuerleben und wir haben es zwei Tage lang auf uns wirken lassen und es war grandios.   tanz_sakenan_3_011206_c_750.jpg (139622 Byte)
Pura Sakenan 01.12.06

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Im Tempel Pura Besakih - der Muttertempel unterhalb des Vulkans Gunung Batur

Der Tempel, den alle Balinesen als den Muttertempel ansehen, ist der dreigeteilte und aus über 80 Einzeltempeln bestehende Tempel PURA BESAKIH, wobei Pura einfach nur Tempel heißt. Die Dreiteiligkeit ist den Göttern Brahma, Wishnu und Shiva geschuldet. Im Hintergrund der Vulkan Gunung Agung, der Sitz der Götter. Es empfiehlt sich, wenn man unbelästigt von selbsternannten Guides und in aller Ruhe hier durchgehen will, sehr früh da zu sein. Bis gegen 08:00 Uhr am Morgen, so die Erfahrung, sind die mafiamäßig organisierten Typen noch nicht da.
Pura Besakih mit Vulkan Gunung Agung am 11.12.07

pura_besakih_2_071105_c_b800.jpg (98374 Byte) Man wird ansonsten angesprochen und ohne jede Aufforderung macht sich jemand zum Fremdenführer, der natürlich Geld haben will. Die Typen sind dermaßen aufdringlich, daß es nicht viel Zweck hat, das abzulehnen. 

 

Pura Besakih am 07.11.05
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Selbst wenn man schon fünf mal da war und denen das erklärt, wird es nichts. Das ging schon soweit, daß dem Fahrer unseres Mietautos Prügel angedroht wurden, wenn er weiter unser Begehren, allein durch den Tempel zu gehen, unterstützt. Das ist insgesamt die mieseste Erfahrung auf der Götterinsel, die wir bisher gemacht haben. Es gibt auch keine Pflicht zur Bezahlung einer Eintrittsgebühr. Die gibt es in keinem Tempel. Und entsprechend steht an einem "Kassenhäuschen" auch "DONATION". Das wird in diesen Kreisen allerdings als Pflicht angesehen und man gibt sogar eine Eintrittskarte aus.  00512008_preview.jpg (125962 Byte)
Pura Besakih am 11.12.07

Neben der Parkgebühr, versteht sich, die man im Übrigen  bereits früh um 07:00 Uhr bezahlen muss. Alles in allem macht dieses merkwürdige Geschehen einen sehr schlechten Eindruck und das schon seit Jahren und es ändert sich nichts. Und wenn man nicht wenigstens aufpasst, ist man `ne Menge Geld los. Da sich diese Typen nun nicht abwimmeln lassen, muss man den Preis unbedingt vorher ausmachen. Kein Tourist wird deswegen verhungern, denn so teuer ist es nicht, aber man hat eben keine Zeit, in Ruhe durch den Tempel zu gegen, weil der Typ schnell  00528892_preview.jpg (129461 Byte)
Pura Besakih mit Candi am 11.12.07

wieder an der nächsten Runde verdienen will. Da hilft nur, sich nicht drängen  zu lassen. Man wird weitere Merkwürdigkeiten erleben. Kleine, freundlich lächelnde Mädchen und Jungen von vielleicht 2 oder 3 Jahren werden dem Besucher Blüten überreichen und man wird ganz gerührt sein und sich sicher artig bedanken. Der Schock folgt auf dem Fuße, denn die niedlichen Kleinen werden in der nächsten Sekunde unmissverständlich und mit gar nicht mehr kindlichem Gebahren und eindeutiger Geste money fordern, daß es einem vergehen kann. Jeder muss freilich für sich entscheiden, wie er damit umgeht, aber man sollte schon wissen, daß regelrechte Organisationen dahinter stehen und die Kinder vom Erwirtschafteten nichts sehen. Der Besuch am Morgen in diesem Tempel gehört ansonsten zum Besten, was man auf der Insel Bali machen kann. Man sieht auch noch den Sitz der Götter. Schon zwei Stunden später kann der Vulkan völlig in Wolken gehüllt sein, das ist ja auch der Grund, dort ganz früh zu erscheinen. Und man kann den frühen Besuch des Tempels mit dem noch früheren Besuch des Sonnenaufgangs am Vulkan Batur verbinden. 

Vulkan Batur am 18.12.06 um 05:24 Uhr
Den zu erleben, bedeutet allerdings noch früheres Aufstehen. Von Sanur muss man mit 2 Stunden Fahrzeit rechnen, so daß es ratsam erscheint, nicht nach 03:30 Uhr loszufahren. Man nimmt sich am besten ein Auto mit Fahrer. Bali ist am Tage schon nicht ganz übersichtlich und wer sich nicht wirklich auskennt, wird im Dunkeln den Weg nicht finden. Aber das ist ein Kapitel für sich. Das Aufstehen lohnt sich, denn das Panorama -auch am Tage- ist grandios. Gegen 07:00 sollte man aus o.g. Gründen dann aber schon weiterfahren. Mit dem Auto ist man in 30 min am Tempel Pura Besakih.

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aktualisiert 13.10.08