Auf Mekong und Tonle Sap
   13.10.04  7.Tag nach Angkor

Kampong Cham Die Stadt machte auch am nächsten Morgen keinen viel besseren Eindruck. Wir haben  aber im Verlauf des Tages viele Leute kennengelernt, die sich ihren Optimismus bewahrt haben und kleine Inseln der Lebensfreude geschaffen habe, was immer wieder erstaunlich ist. Und was gibt es Friedlicheres als zähneputzende Mönche am Morgen an der Kaimauer ?

Es war also ein Besuch des Tempels Phnom Han Chey, etwa 45 Speedbootminuten nordöstlich von Kampong Cham gelegen - vorgesehen. Während wir in unseren "Speedbooten" in Ufernähe mit ca. 20 km/h dahinrasten, war es höchst interessant, das Treiben am Ufer zu beobachten. Die überschäumende Freude der

Kinder - die es gewiß nicht leicht haben - ist phantastisch. Unterwegs habe ich also mit einem 300er Tele ein paar Bilder vom Leben am Ufer des Mekongs versucht. Naturgemäß war die Ausbeute bei den Schlägen vom Wasser nicht sehr groß, denn die Speedboote waren eigentlich - auch bei uns übliche - Ruderboote aus Plaste. Genauer gesagt, solche aus glasfaserverstärktem Polyester. 

Aufgerüstet mit einem ca. 30 PS starken Außenborder wurden diese bei 10-20 cm hohen Wellen fast zu Flugbooten und es war für Leute, die es mit dem Rücken haben, sicher ein unvergessliches Erlebnis. Man mußte Bedenken haben, ob die Boote der Belastung standhalten. Sie haben aber gehalten. Es bewahrheitet sich immer wieder, daß man solche Reisen machen

soll, solange es gesundheitlich keine Probleme macht.
Und nicht nur wir waren unterwegs zum Tempel sondern auch jede Menge Leute zu Wasser und zu Lande. An der Anlegestelle zu Füßen des Tempels war dann entsprechend viel los. Der Tempel aus dem 7.Jahrhundert liegt auf einem

Berg. Beim Anblick der zu bewältigenden Treppe  kam sowohl beim Zustand als auch bei der Höhe - es waren ja schon wieder  über 30 Grad C - große Freude auf. Viele der mit dem Boot anreisenden einheimischen Händler haben ihre gesamte Handelsware offenbar hier hoch geschleppt. Alle Achtung. Der Ausblick von oben auf den Mekong und das zu beobachtende 

Getümmel auf dem Gelände des Tempels entschädigten für den Aufstieg. Hier pulsierte das Leben in Reinkultur und sicher weit mehr als 2000 gutgelaunte  Händler und Besucher hatten sich aus Anlaß eines Feiertages herausgeputzt.
Es war das Fest Phchum Ben, daß die Theravada - Buddhisten, das sind 90 % der Bevölkerung, feiern und das eines der bedeutendsten Feste der Khmer ist. Man erinnert daran, daß in der Vergangenheit  Mönche auch in Zeiten der Flut und der nassen Jahreszeit unter sehr schweren Bedingungen auszogen und Allmosen sammelten. Es kann uns immer wieder nur in Erstaunen 

versetzen , mit welch einfachen Dingen Menschen einen zufriedenen Tag erleben können, jedenfalls in Kambodscha und anderen asiatischen Ländern. Wie weit sind wir Europäer davon entfernt ! Da war zum Beispiel dieser junge Mann, der in fast nicht zu verfolgender Geschwindigkeit mitgeschickten Fingern

Figuren aus einer Zuckermasse formte, was die zunächst ungläubig dreinschauenden Zuschauer richtig in Staunen versetzte. Uns auch, denn das war wirklich ein Künstler. Man konnte die Figuren erwerben und die Scheine flogen ihm nur so zu. Kann man diese ehrliche  Freude über ein so kleines " Etwas" besser einfangen ? Aber es gab natürlich noch mehr 


zu sehen, denn zwischenzeitlich formierten sich die Besucher zu einer langen Reihe. Das untrügliche Zeichen für die bevorstehende Almosentour der Mönche. Mit ihren Bettelgefäßen sammeln die Mönche Nahrungsmittel, die i.A. vormittags bis 11 Uhr gegessen sein müssen. Manchmal bekommen die Mönche auch Geld, das sie auch nicht ablehnen. Die Leute füllen nun also die


     

     
mitgeführten Gefäße der Mönche. Da kommt was zusammen. Gehilfen der Mönche schaffen die vollen Schüsseln zwischendurch weg. Die Leute sind sehr bemüht und ganz bei der Sache. Warum machen die das ? Indem man an der Speisung er Mönche teilnimmt,  versprechen sich die Buddhisten im nächsten Leben ein besseres Schicksal. Man wird ja wiedergeboren und da muß man sich kümmern und  Pluspunkte sammeln. Gute Taten verbessern das Schicksal enorm und schlechte Taten führen entsprechend in ein unglückliches Leben. Und den Mönchen was abzugeben, ist eine gute Tat. 

 


Und was tun wir für`s nächste Leben ? Es würde erstmal reichen, wenn wir mit einem Lächeln auf den Lippen dafür sorgen, daß unser jetziges Leben noch lange anhält. Wir wären in Deutschland dann schon einen großen Schritt weiter. Hier in Kambodscha kann man es lernen...

Dieser freundliche Herr hat stundenlang Lobreden auf Buddha gehalten, die über das ganz Gelände schallten. Er ging darin völlig auf. Das war so interessant, daß ich ihn nach längerer Beobachtung unbedingt fotografieren wollte. Das hat er gemerkt. Aus irgendeinem Grund fing er dabei so an zu lachen, daß er nicht mehr sprechen konnte und seine Lobgesänge unterbrechen mußte.


Vielleicht war er auch froh, mal Pause machen zu können, wer weiß ? Er bat dann um eine Spende in den schwarzen Topf , wozu ich nicht zweimal aufgefordert werden muß, da mir der Topf freundlich aber bestimmt  herausgereicht worden ist. Danach ging`s ihm gleich wieder besser  und er setzte seine Gesänge fort. Irgendwie war`s erfrischend, da zuzuhören , obwohl man überhaupt nichts verstanden hat. Vielleicht gerade deshalb :-)

Wir haben schon viele Buddhas gesehen, ein grüner war bisher nicht dabei. Einen solchen gibt es aber auch und der steht im Tempel Wat Nokor
 auf dem heiligen Zwillingsberg Phnom Proh

" Hügel der Männer ".

Dieser Buddha war noch nicht "eröffnet" und man mußte hinter ein Baugerüst klettern um ihn zu sehen. Um Himmelswillen darf man jedoch eine Buddhastatue nicht besteigen.

Aber das macht ja auch keiner.


Ein Erlebnis ist es, in den Tempeln die Zeremonien der Gläubigen zu beobachten. Wenn man sich ruhig verhält, wird man keine Probleme bekommen.
Wie der andere auch, so hat auch dieser  Tempel am Feiertag  jemanden, der ununterbrochen Buddha lobt. Hier hat meine Spende dafür gesorgt, daß ich aufgefordert wurde, was auf Deutsch in`s Mikrofon zu sprechen. Hoffentlich hat`s niemand gehört.....


Zum Schluss des Besuches trafen wir noch auf kambodschanische Teenies, die sich in nichts von europäischen Teenies unterscheiden. 

 

Dieser 13.Oktober 2004 war ein äußerst erlebnisreicher Tag und ich bin dankbar, dieses Fest erlebt zu haben, denn es wird nur einmal im Jahr gefeiert. Man kann die Eindrücke kaum verarbeiten. Auch deshalb schreiben wir`s hier auf.

Ach ja, wenn es einen Hügel der Männer gibt, muß es auch...genau...und der heißt Phnom Srey. Wir haben ihn aus Zeitgründen nicht bestiegen aber das soll sich auch sehr lohnen.

Manchmal, muß man ehrlicherweise sagen, kommt man bei der tropischen Hitze an einen Punkt, an dem man sagt, bis hierher und nicht weiter. Das kommt zwar sehr, sehr selten vor, aber es kommt eben schon mal vor auch wenn man 10 000 km anreist, um das alles zu sehen.

 

Am nächsten Tag sollten wir nun endlich in der kambodschanischen Hauptstadt anlegen. Wir waren sehr gespannt. Nach einer mit tollem Sonnenuntergang beginnenden Nachtfahrt kamen wir am 14.10.04 am frühen Morgen an.

 
Hier steht, wie es weiterging.

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aktualisiert 21.03.08