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Nach dem 18. YES-Konzert, zum zweiten Mal im Kulturpalast Dresden am 29.11.11 schrieb ich, dass das nächste Konzert auf Grund der erlebten Unzulänglichkeiten für mich ausfällt und ich wollte auch überhaupt keins mehr besuchen, weil`s wirklich schlimm war. 

Nun haben wir 2014 und YES hatte sich 2012 wieder für einen anderen Sänger entschieden. Jon Davison heißt der neue. Es gab nach dem Ausstieg Jon Andersons die wildesten Diskussionen, ob das mit einem anderen Frontmann gut geht. Sollte man Jon von der Stimmer her klonen, sollte eine ganz andere Stimme her, sollte sich YES auflösen ? Diese Diskussionen sind fruchtlos, die machen ja ohnehin, was sie für richtige halten.

Benoit war nicht schlecht, aber überfordert, das Album Fly From Here hat er aber ganz gut hingekriegt. Ein Ersatz für Anderson, der mit seiner Stimme doch zwingend und stilprägend zu YES gehörte, war er nicht. 

Nun also Jon Davison. Vom Aussehen erinnert er fast an Anderson in den 70ern. Stimmlich gibt es Phasen, da meint man, Anderson ist zurück, manchmal klingt es ein bisschen wie Michael Jackson.

 

So irgendwie dazwischen auf jeden Fall. Er versucht nicht, den Anderson`schen Frontmann herauszukehren. Das würde nicht passen und gefällt. 

Ich bedanke mich für das Foto bei Hans-Joachim aus dem YES-Forum. Wer mehr zu YES wissen möchte und aktuelle Infos sucht oder an Diskussionen teilnehmen möchte, ist hier sehr gut beraten.

Sollte man den Versuch noch einmal wagen, ein Konzert der aktuellen 2014er Tour zu besuchen ? Ok, einmal noch ... das wäre dann das 19. YES-Konzert am 26.05.2014 in der Phönixhalle in Mainz - Mombach. Von der Gegend konnte man nun gar nicht begeistert sein, offenbar ein "sich zurückentwickelnder" Stadtteil am Rande einer Großstadt, wie es zunehmend mehr davon gibt und die an mindestens äußerer Traurigkeit keinen Grund bietet, noch einmal dort aufzukreuzen. Aber YES spielte eben dort in einer Fabrikhalle der alten Waggonfabrik.  Das Ambiente mit der Auskleidung der Wände aus unbearbeiteten Rohholzspanplatten erinnerte sehr an die vermurksten Anfänge der Jugendclubs in der DDR, als es nichts anderes gab. Wie würde das klingen, da man sich praktisch wie im Innern einer riesigen Bassbox vorkommt ? Überraschenderweise war das Konzert ausverkauft, schätze 3000 Leute. 

Gute Stimmung, hohes Durchschnittsalter, man ist nicht überrascht. Fast pünktlicher Beginn. Das Intro vom Feuervogel macht wie immer die erste Gänsehaut, dazu kam die visuelle Ankündigung des geplanten Programms. 3 Platten hintereinander. Gab es so was schon mal in einem Rockkonzert ? CLOSE TO THE EDGE war ein Einstieg, wie man sich ihn besser nicht wünschen kann. Und ... Überaschung ... wieder so sauber gespielt, wie man es aus besten Tagen kannte. Der Sänger, klingt phasenweise ein kleines bisschen angestrengt, dann wieder überhaupt nicht, insgesamt macht er seine Sache sehr gut. 

Ein Knaller folgt auf den anderen, das ist beim Überalbum CTTE  nicht anders zu erwarten. And You and I ein zweiter Höhepunkt nach dem ersten. Und so fort ... Dann GOING FOR THE ONE, die Platte von 1977. Im sehr schönen Zusammenspiel mit einer phantasievollen grafischen Umsetzung auf der Leinwand ein besonderes Erlebnis. Für mich der erste Höhepunkt dieses Teils: TURN OF THE CENTURY. Wunderbar ! Gefühl ! Gänsehaut pur. Dann AWAKEN. Wieder unglaublich, wie in allerbesten Zeiten. Der Referenztitel für Jon Davison. Hier erlaube ich mir die trotzdem die Anmerkung, dass ich nicht ganz sicher bin, ob man ihm hier nicht stimmlich etwas unter die Stimmbänder gegriffen hat. Das Anderson-Timbre war mir hier einfach zu glatt und zu gut und klang doch ein wenig "gesämpelt", vor allem im Vergleich zum ersten Titel nach der Pause YOURS IS NO DISGRACE, wo er etwas weniger stimmliche Sicherheit zeigte. Das ist aber ein subjektiver Eindruck und schmälert in keiner Weise den richtig guten Gesamteindruck, die Spielfreude und das tolle Erlebnis. 

Steve hatte viele Gelegenheiten, zu zeigen, was er drauf hat, obwohl das ja jeder weiß. THE CLAP war erfrischend neu und irgendwie entstaubt. Den Rausschmeisser ROUNDABOUT kann ich persönlich zwar kaum noch hören, aber das Karussell kommt trotzdem immer wieder gut rüber. Jon Anderson fast hat nicht gefehlt.

 Ich gehe wieder hin. Danke YES, aber welcher Obertrottel hat das Licht gemacht, bei dem man minutenlang von Gegenlicht geblendet wurde, dass man dann wiederum minutenlang, wie nach einem Blick in die Sonne, nichts auf der Bühne sehen konnte ? Anfänger ... !

 
 
     
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