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  von dresden in die halbe welt  yes  
           
  1. Tonight Nix YES YES in der Küche (2) Tonight wieder YES (3) DREIMAL YES PRO WOCHE (4)  
  YES SPEAK ? Singt lieber ! (5)  Sweet Dreams IN BADEN (6) YES 2009 (7) Der Radiosender - DT 64 (8)  
  Jon Anderson (9)  YES 2011 (10)      
     
  1. Tonight NIX YES  
     
   
 

 

 

 

 

 

Mein Gott, was für ein Satz. 
Wirken lassen ...

Treffender als es Lothar M. aus Berlin auf den Punkt gebracht hat, kann man kaum ausdrücken, was an Art - Rock - Urgewalt abläuft, wenn Jon Anderson, Chris Squire, Rick Wakeman, Steve Howe und Alan White ( und viele andere Musiker, wie man noch hören wird ) den Artrock-Himmel zelebrieren.

YES macht das seit 1969 mit wechselnder Besetzung. Es gab Streit, Zerwürfnisse und Reunions, wie im richtigen Leben. Die Geister scheiden sich bei der Musik. Man findet einen Zugang oder nicht. Für die, denen das gelingt, ändert sich die Welt mit jedem Konzert ein bisschen zum Positiven. Mir gefällt es seit 39 Jahren. Da muss was sein, was bei der Stange hält. Beschreiben kann man es kaum, außer vielleicht wie oben. Hier der Versuch aus persönlicher Sicht. Es gibt ein paar Bilder und Erinnerungen. Plattenkritiken findet man nicht. Es sollen einige Erinnerungen aus der Versenkung geholt werden, die vielleicht mancher so oder ähnlich erlebt hat. Wir wollen uns erinnern. 
Erinnern ? 
Die spielen doch noch ? 
Ja ... und wie !
Aber doch irgendwie anders als früher ...

 
     
   
     
  Es war einmal ...  
     

 

... ein kleines Land hinter dem eisernen Vorhang oder davor, je nachdem, in dem nicht wenig Leute lebten, die was für anspruchsvolle Rockmusik - wie man es nannte - übrig hatten. Die Musikerziehung in der Schule war nicht die verkehrteste. Es blieb was hängen. Und Rockmusik gab es auch. Gute und auch reichlich. Wenn auch im eigenen Saft. Stern Meißen, Lift, Bayon, Silly  waren dankbar angenommen. Und doch war, vielleicht nur unbewusst, `ne Lücke im musikalischen Universum, die, wie mir schien, nicht gefüllt wurde. Womit auch ? 

Der törichte Staat hat versucht, dafür zu sorgen, dass man im Rockbereich kaum über den Tellerrand sehen konnte. Und obwohl man zwangsweise hunderttausendfach die Sonne auf blauem Untergrund aufgehen lassen wollte, war dieser Sonnenaufgang nicht das Heart Of The Sunrise, wie man glaubte. Im Gegenteil. Die phrasendreschenden Einheitspartei - Nachwuchsspinner hatten im Drang, uns das eigene Denken zu verbiegen, lange verloren. Der nicht törichte, berechnende Staat heutiger Prägung verbiegt das Denken der musikhungrigen und an kaum was anderes denkenden Generation nun aber doch und die Musik ist " niedriger, als der Arsch einer Raupe". Das habe ich irgendwo gelesen und das trifft es am besten.

 
 
 
   
 
 
 

Der Norddeutsche Rundfunk mit seiner Station NDR 2 reichte über den Sender Torfhaus sicher 200 km tief - nicht ohne Absicht freilich - in die DDR und kam damit in hervorragender UKW - Qualität mindestens bis Halle, wenn nicht weiter bis östlich von Leipzig. Da kam fast alles an. 

An Artrock oder Spielarten davon kann ich mich nicht erinnern, aber man war eben auch noch nicht in dem Alter, in dem vom Art - Rock die erste Silbe mehr interessierte als die zweite... 

So verschlief ich die YES - Alben YES (1969), Time And A Word (1970), The Yes Album (1971), Fragile (1972), Close To The Edge (1972), YESSONGS (1973), Tales from Topographic Oceans (1974) und  Relayer (1974).

Going for the One (1977) hatte ich mir besorgen lassen, von Tormato (1978), Drama (1980), 90125 (1983) und Big Generator (1987) wusste ich zunächst überhaupt nichts. 

Dann kam die Wende und man musste nicht mehr auf Union (1991), Talk (1994), Keys to Ascension (1996), Keys to Ascension 2 (1997), Open Your Eyes (1997), The Ladder (1999), Magnification (2001) und folgende verzichten. Wobei manches dann doch nicht so toll war. 

Das Ganze hatte eine Vorgeschichte.

 
     
 

Ein kleiner Anstoß reicht zuweilen. In einer übervollen Stube, die mit 12 Leuten in einheitlicher Uniform belegt war, war einer, der sie kannte. Der schwärmte von einer Platte, die 1973 in Vinyl gepresst außerhalb unseres  Tellerrandes  unter das Artrockvolk geworfen worden war. 

Beim nächsten Heimaturlaub 1975 war ein Mitschnitt auf ORWO - Kassette im Gepäck. Hör` doch mal rein, gab es auf den Weg. Die Musik hat sofort Wirkung gezeigt. Manches blieb aber auch irgendwie undurchdringlich bis unbegreiflich. 

Es tat sich eine Tür zu völlig neuem Hören und Erleben auf. Leider nicht, was den Sound anging. Ich habe diese Kassette mangels anderer  Möglichkeiten  ewig lange mit meiner damaligen "Heimstudio-Anlage" wiedergegeben, die sogar auf einem Foto drauf war. Die bestand aus einem Mitte der siebziger Jahre aus Japan importierten Mono-Kassettengerät ( Bezeichnung war ATA) mit einem klitzekleinen Lautsprecherchen in Verbindung mit einem als Verstärker dienenden russischen Kofferradio VEF 202 mit 5 Kurzwellenbändern, das man heute getrost als Weltempfänger bezeichnen könnte. 

 
 
 
   
 
 
 

Das war schon ganz schön international, nur dass der internationale Artrock fehlte, aber da hatte ich ja nun eine Kassette von YES. Bei der Qualität hat man sicher 70% des musikalischen Potentials nicht wahrgenommen. Wen hat das gestört damals ? Das war 1975 und es waren Live-Mitschnitte von den YESSONGS - dem legendären Dreifachalbum von 1973. Links oben kann man meine "Originalkassette" vom November 1975 sehen. Ich habe die natürlich noch. Und mit Close To The Edge (CTTE) und And You And I (AYAI) wurden auch gleich die Weichen in die bevorzugte Richtung gestellt. 

 
     
 

Kein Wunder, wird CTTE allgemein als die beste YES - Kreation aller Zeiten angesehen. Sicherheitshalber habe ich mir damals aufgeschrieben, wer in der Gruppe was spielt - man weiß ja nie. Lange Zeit hatte ich nur diese Kassette und irgendwann hatte ich die wegen der Qualität ein bisschen über. Bis zu dem Tag im September 1977, als ich definitiv bei einem DDR-Sender ( es war ja in Dresden ) den Titel Wonderous Stoies hörte. Dieser wunderbare Song von der Platte Going for the One war die Initialzündung. 
An diesem Tag ging die Jagd nach YES los. 
Kurz vor Weihnachten 1978 bat ich die Großeltern, Platten von YES aus dem Westen (ehemalige gebrauchte Bundesländer :-) )mitzubringen. Going for the One und die YESSONGS brachten sie mit. Der Himmel hatte sich zum zweiten Mal geöffnet. Es war überirdisch. Ein auch heute nur für Ossis ( der Begriff ist bei mir - wie auch Wessi - nicht positiv oder negativ besetzt ) nachzuempfindendes Gefühl, die Platten wirklich in der Hand zu halten. 
Ich sollte gleich auf den Boden der Realität zurückgeholt werden. Die Großeltern wollten gerecht sein und meinem Bruder, der sich bei der fast feierlichen Übergabe plötzlich und unerwartet auch für YES interessierte, die Hälfte der Platten abgeben. Wie teilt man das Dreifachalbum YESSONGS und die Going for the One hinreichend gerecht ? 
Man schneidet eine Platte von den YESSONGS ab. Nach zwei Stunden Kampf konnte ich das verhindern und reklamierte die Songs für mich. 
Kann sich Burkhard aus dem Westen überhaupt vorstellen, was wir diesbezüglich durchgemacht haben ? 
( Burkhard aus dem Westen tritt erst im 6. Teil dieser Geschichten auf und man muss auch nicht besonders auf seinen Erguss gespannt sein ).

 
     
 

Das musikalische Ideenpotenzial ist schier unerschöpflich. Die Anleihen bei den Komponisten des 19. Jahrhunderts auch, da sich Anderson bei seinen Kompositionen gern von Sibelius oder Penderecki und anderen und bei seinen Texten unter anderem von Hermann Hesse inspirieren lässt, wie er sagt. Sicher gibt es deshalb heute nach 39 Jahren noch AHA-Erlebnisse, die mancher kennt, wenn man in alten Stücken plötzlich eine Sequenz oder eine Hintergrundlinie entdeckt, die man so noch nie gehört zu haben glaubte. Eben Yes. 

 
YES open air  in Dresden im Großen Garten am 14.06.03
     
 

So sicher, wie es seinerzeit klick gemacht hatte, so sicher konnte man im Osten sein, niemals ein YES - Konzert oder eins von ANDERSON BRUFORD WAKEMAN & HOWE besuchen zu können. Auch die Platten von letzteren gehören für mich zum Allerfeinsten. Keine der danach folgenden neuen YES - Produkte hat meiner Meinung nach diese Qualität wieder erreicht. 
Wenn man sich aber in den Titel Magnification reinhört, da steckt schon was drin, vor allem in der Live - Version. Die Gestaltung des Covers ist allerdings der absolute Tiefpunkt. Haben die sich mit Roger Dean, dem langjährigen Stamm - Cover - Gestalter, zerstritten ? 
Kürzlich habe ich die - seit 10 Jahren nicht angerührte - Vinylrille Drama aus dem Regal genommen, da in verschiedenen Kritiken viele Leute diese als beste YES - Platte bezeichnen und habe die mir paar mal hintereinander angehört. Naja, die Beste sicher nicht, aber so schlecht, wie ich bisher dachte, ist die tatsächlich nicht. Auch wenn die Stimme von Trevor Horn gewöhnungsbedürftig ist, so ist das Musik in bester YES - Tradition. Vielleicht trifft das nicht auf jeden Titel zu aber Machine Messiah ist ein sehr gut durchdachtes kompositorisches Gebilde mit hübschen Einfällen. Die dramaturgischen Anleihen bei Pink Floyd und ihrem Welcome to the machine sind unüberhörbar. 

Nun waren bis 1991 alle wichtigen Platten in Vinyl rangeschafft, die ich übrigens alle im Westen des Landes gekauft habe. Im Osten war nach wie vor tote Hose, man hat hier tonnenweise Ladenhüter aus dem Westen zu beachtlichen Preisen verkauft, aber YES war nicht dabei. An ein Konzert habe ich nicht mehr geglaubt. Es gab auch kaum Informationen über die Szene. Bis zu diesem Zeitpunkt war nix mit

 
 

 

 

 
     
     
 

Bis ich eines Tages im April 1991 beim Tapetenkleben war, im Radio Überraschendes hörte und wörtlich fast von der Leiter fiel... KLICK

 
 
 
   
 
 
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