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Stern Combo Meissen


44 Jahre Stern-Combo Meissen

44 ist kein Druckfehler ! Bei besten Wetter hatte die Stern-Combo Meissen am 28.06.08 zur Zelebrierung der 44. Wiederkehr ihres Gründungsjahres an den nämlichen Ort ihrer Gründung geladen. Vor toller Kulisse warteten die Gäste auf das, was kommt, im Wissen um das, was kommt. 

Große Geduld war gefragt, denn ein bisschen anders kam es schon, als erwartet. Für Leute im gesetzten Alter - und das sind nun mal die meisten bei solch einem Erinnerungs-Event - gehört zu so einem Konzert freilich auch ein gepflegtes Schwätzchen und was zu trinken. Zum Schwatzen findet sich bei gleicher Interessenlage immer jemand. 

An`s Bierchen zu kommen, war dagegen schwierig. Sehr schwierig. Die unwillige und unfähige Pauschalkräfte-Gastronomie - Sternquell Vogtland - war dermaßen unprofessionell und stümperhaft, daß die Lust am - nicht besonders kalten - Bier vergehen konnte. Mancher hat die Geduld aufgebracht und 30 min (!!) Wartezeit ausgehalten und das bei 2 großen Bierwagen und einem Aushilfsbierstand und einer überschaubaren Menge an Besuchern. Absolut schwach. 

Letzten Endes sind wir aber wegen der Musik dort. 


Unter dem Aspekt, daß es ein Konzert der Stern Combo sein sollte, war mir das Timing nicht besonders ausgewogen aber da spielen persönliche Vorlieben eine nicht unbedeutende Rolle. Ich halte eigentlich überhaupt nichts von Konzerten mit 4 Bands an einem Abend. Alle stehen unter Zeitdruck, die Zeit für Improvisationen fehlt. Und irgendwelche Leute müssen ja auch immer zu irgendeinem Zug, der relativ zeitig fährt - z.B. nach Dresden.

Sehr ergreifend der Auftritt von Reinhard Fißler, der an diesem Abend anwesend war. Für mich verbindet sich die große Zeit der Stern Combo mit seinem Namen. Unvergessen seine Interpretation des `Kampf um den Südpol` und der anderen Klassiker aus der Vor-IC-Zeit. Es lässt sich nicht beschreiben...Absolute Stille beim vorgetragenen " und den großen Weltgeist freut`s, sieht er dich auf deiner Stelle im Koordinatenkreuz..."


Den interessanten Auftakt des Abends bildete die sympathische Nachwuchsband BLIZZARD aus Freiberg

... die - man höre und staune - u.a. bei den nicht eben unbekannten Nazareth im Vorprogramm spielte. Das will wohl was heißen. 

Freilich hört man nach den ersten Takten das Vorbild heraus - und das ist vielleicht nicht ohne Absicht - aber Rauch auf dem Wasser ist eben ein wunderbares Bild, daß man immer mal wieder musikalisch verarbeiten kann, ohne das es vordergründig beißender Qualm wird. Bemerkenswert die sehr gute technische Präsenz des Dargebotenen. Dabei blieb es urwüchsig, mutierte aber in keiner Weise zum Krach, wie leider zu oft beim Nachwuchs zu hören und meist einhergehend mit dem baldigen Verschwinden in`s musikalische Nimmerland. 

Die Textverständlichkeit war ordentlich. Vielleicht animiert das Material der alten Combo an diesem Abend die Jungs mal zu einer Performance in der Muttersprache. Technisches und musikalisches Potential sind vorhanden um`s mal zu probieren.  Stelle ich mir richtig interessant vor. Fazit: Man darf da wohl Einiges erwarten. 




Der Mann an den Trommeln möge mir verzeihen, aber er war fotografisch nicht zu erreichen, das geht auch anderen großen Herren der Stöcke so, wie z.B. hier zu sehen und das ist eben das Los der Drummer. Wer ihn hier vermisst, den verweise ich auf die Homepage der Jungs.

 

 

 


Im Anschluss setzte sich Holger Biege an`s Klavier...

... und spielte einige neuere Sachen und natürlich Stücke, die man von seinen Amiga - Lp`s  kennt. Alles wunderbar, denn er ist ein begnadeter Poet und Songwriter mit Tiefgang. Leider war das nach dem an diesem Abend Erlebten für einen großen Teil des Publikums unüberhörbar nicht so interessant, denn die Aufmerksamkeitskurve stürzte in den hinteren Reihen ziemlich ab. Ein etwas intimerer Rahmen passt nach meiner Erfahrung besser zu seiner Musik. Das Meissner Publikum wartete nach H. Bieges Konzertteil nun schon 90 min auf die Hauptakteure des Abends und das war für viele offenbar schon zu lange. 

Gegen 22:00 Uhr kamen weitere Gäste der Stern-Combo an die Instrumente: Karussell
Von vielen sehr erwartet, von mir weniger, spulten sie die alten Hits - wenn es denn welche waren - ab. Erinnert sich noch jemand daran, daß sie immerhin 4 Lp`s hatten ? Sehr schöne Sachen waren dabei. Fischlein unterm Eis, Autostop, Fenster zu und Entweder oder zum Beispiel. Und diese Sachen kamen auch sehr druckvoll `rüber, das muß man schon sagen. Freilich fehlte Cäsar, denn aus dieser, seiner Zeit bei Karussell sind die Titel ja. Aber da war ein neuer Sänger neben Reinhardt Huth, der`s nach meinem Empfinden durchaus `drauf hat. Raschke Junior. Sehr 


bemüht, das Cäsar-Tembre zu treffen, aber soweit runter kommt er nun doch noch nicht. Er hat aber was Erfrischendes und passt ganz gut zur Truppe, die ohnehin nur noch Raschke und Huth aus der alten Zeit hat. 


Endlich, kurz vor halb zwölf stand dann die Stern-Combo selbst auf der Bühne...

...und Martin Schreier stand mal wieder am Mikrofon. Leider hatte es sich da - für uns und einige Andere - schon bewahrheitet, daß der letzte Zug nach Dresden um 00:20 Uhr fährt, Das war nicht unbedeutend, denn das ließ erwarten, das Ende des Konzertes nicht erleben zu können... Aber vielleicht schaffen sie ja den Kampf um den Südpol bis dahin...

Vorab, sie haben es nicht geschafft, den Südpol vor der Zugabfahrt zu spielen. Noch auf dem Weg zum Bahnhof hatte ich gehofft, das Eis in der Ferne brechen zu hören... Danke Deutsche Bahn AG ! Es bleibt nur die Konsequenz, dafür zu sorgen, daß das Auto nicht wieder vor einem Stern-Meissen-Konzert kaputt geht.  Norbert Jäger haben wir noch erlebt, wie er den Alten auf der Müllkippe darstellt. Hoffentlich kommt ihm der merkwürdige Hut nicht mal weg :-)

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Fortsetzung folgt



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© hans-peter waack

     aktualisiert 08.08.08


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