Digitale Fotografie

2005 – Let`s go digital – Jetzt wird alles besser ?

Bahnhof Padalarang/Indonesien/Java mit Lokomotive 300 01 am  27.10.052005 fühlte ich mich auch genötigt, die altmodische Fotografie auf Film zu beenden. Auf drängenden Wunsch der Digitalfotoindustrie verabschiedete ich mich gleichzeitig von preiswerten Papierabzügen, die es für kleines Geld an jeder Ecke vom Film gab. Ich versprach mir Erleichterungen in jeder Hinsicht, die totale Vereinfachung der Fotografie und die Lösung aller sonstigen fotografischen Probleme. Kurzum, ich erwartete ein Wunder. Das Wunder ist nicht eingetreten und die Probleme mit den Filmen wurden durch größere Pobleme bei den Farbräumen, Bearbeitungsprogrammen und Speichermedien für RAW, PDF, PSD,  Tiff, Gif, JPEG usw. vergleichsweise weit in den Schatten gestellt, wenn nicht potenziert. Wer hätte das gedacht ? Die Marke stand mit MINOLTA fest, um die Objektive weiter nutzen zu können. MINOLTA fand sich aber schon in der fototechnischen Auflösung und bildetet mit KONICA das Konstrukt KONICAMINOLTA. Der Stern dieses Fotounternehmens fing – was die digitalen Spiegelreflexkameras anging – schon an  zu sinken, als er noch gar nicht richtig aufgegangen war. Hätte man das Dilemma vorausahnen können ? Nach dem Erscheinen des Fotografiermaschinchens DYNAX 7D sah das nicht so aus, aber dann fingen die Diskussionen an. Was wird aus dem Minolta-System ? Das war die Frage, die die Kundschaft beherrscht hat und reihenweise zur Konkurenz trieb. Ein durchaus wesentliches Kaufargument war die ergonomisch durchdachte Gestaltung des Gehäuses und der im Gehäuse eingebaute Anti-Shake. Die Kamera war nun da. Ich erwarb sie im August 2005 vor (!) einer Reise, da ich ja lernfähig bin. Und ja, das war schon was Anderes, man konnte probieren und experimentieren. Man warb damals mit großem Display. Im Grunde war das niedlich. Man war mit 6,1 MPixel Auflösung zufrieden und -ehrlich- das reichte für fast alles. Der Sensor ließ Empfindlichkeiten von 100/21 – 3200/36  ISO zu. Völlig problemlos ging das bis ISO 800/30, dann kam das Rauschen. Was mir schon an der analogen Dynax gefiel, waren die Einstellräder oben drauf. Man musste sich nicht durch die Menüs quälen. Über den Autofokus kann ich nicht viel sagen, den habe ich kaum genutzt. Das SIGMA 28-300 wurde durch den Crop-Faktor zum 42-450, es blieb auch an dieser Kamera gut. Die Bildgrößen waren bis 3008×2000  Pixel wählbar.

So einfach wie in analogen Zeiten war das nun nicht mehr. So schwer, wie anfangs gedacht, aber auch nicht. Zeit ging für die Bedienungsanleitung mit 150 Seiten drauf. Gleich erkennt man das Manko der digitalen Wundermaschinen. Die Kontrastverarbeitung ist der absolute Schwachpunkt. Bis heute. Die Digitalfotografie ist nicht nur bequem, sie macht auch bequem und die Bequemlichkeit verleitet zum Drauflosknipsen.

Braun PixelbankNach kurzer Zeit merkt man, dass man Speicherplatz braucht und Speicherplatz ist teuer. Nach längerer Zeit wird man auch merken, dass die Reserven eines Rohdatenformates ganz nützlich sind, was den Speicherbedarf weiter in die Höhe treibt. Für 99 Euro war eine akkubetriebene BRAUN Fotobank (auch Imagetank) mit 30 GB Festplatte erhältlich. Die war gleichzeitig Cardreader. Eine 1 GB  Toshiba CF – Karte brauchte 12 Minuten zum Auslesen. Das ist nicht so der Brüller, aber es reicht. Bei einer dreiwöchigen Reise sind 30 GB mit RAW keine Seltenheit. Leider hat sich die Braun Pixelbank als nicht haltbar erwiesen, vor allem scheint der Akku ein absoluter Schwachpunkt zu sein. Weil das so ist, ist er wohl


eingelötet. Man darf doch erwarten, dass ein Akku länger als ein Jahr hält. Zumindest war der Service der Fa. Braun in Ordnung, die auf Anfrage für vergleichsweise kleines Geld eine neue Pixelbank schickte, die nun – mit der alten Festplatte – hoffentlich länger funktioniert. Allerdings sind 30 GB in RAW-Zeiten nicht wirklich viel. Letztendlich ist die Platte bzw. das ganze  Gerät kurz nach Ablauf der Garantie aber doch ausgestiegen. Es wurde einfach nicht mehr erkannt. Ich habe nichts neues in dieser Richtung beschafft. Ein komisches Gefühl blieb immer, denn man musste dem Gerät glauben, dass die Daten überspielt waren. Prüfen in irgendeiner Art und Weise, wenn man im Wald war,

konnte man das nicht. Es offenbarte sich nun auch ein Nachteil der “Superzoom” – Objektive. Der im Telebereich lange Auszug ist mechanisch ziemlich anfällig gegen Verkanten und Stöße im rauhen Einsatz. Die relativ schlechte Anfangsöffnung im Telebereich von 6,3 bei 300 mm stört in den Tropen bei Tageslicht weniger, doch ist das in mitteleuropäischen Breiten bei Dezemberlicht wenig PENTACON AUTO 1,8/50 mit Adapter für MINOLTA/SONYgenug. Das Objektiv fiel mir in einem unachtsamen Moment vom Autodach. Ein anderes Objektiv fiel mir daraufhin ein. Ein PENTACON auto 1,8/50 stand noch im Schrank. Ein Adapter war schnell beschafft. Durch den Cropfaktor wird das Objektiv zum 1,8/75. Leider kann man im Unendlich – Bereich nicht mehr scharf stellen. Einen Versuch war das wert.
Selbstverständlich gehören weitere Zubehörteile, wie ein schweres Metall-Stativ, zur Ausrüstung. Am Stativ sparen, heißt wirklich an der falschen Stelle sparen. Was sich da so an Plastikstöckchen mit 3 dünnen Beinchen, kleiner Leier und ungenügender Verarbeitung auf dem Markt als Stativ bezeichnet, kann man wirklich nur als unbrauchbar bezeichnen, wenn jeder kleine Luftzug dasselbe zum Zittern bringt.

Die Kamera hat mit CF-Karten verschiedener Hersteller problemlos zusammen gearbeitet. Anfangs waren 1 GB CF-Karten das höchste der Gefühle. Eine 2 GB Kingston kam dazu. Ich kann nicht wirklich Unterschiede 4 GB CN Memoryfeststellen, weder bei den Schreib – noch bei den Auslesezeiten mit einer extremen Ausnahme. Geiz ist geil und Strafe muss sein bei 12,95 Euro. 2008 gab es diese Karte. Ich weiß nicht, was das ist, als Speicherkarte lässt sich dieses Stück Plastik nicht verwenden. Anfangs war die Karte gewillt, 300 RAW-Bilder zu speichern. Manchmal schon nach 8 oder nach 20 Bildern auf der Karte, je nach Wetter, zeigte das Display “FULL” an und so benahm sich das Ding auch. Manchmal half Karte raus/rein. um noch ein paar Bilder reinzupressen. Kreative Fotografie vom Feinsten. Allerdings war es dann wieder lustig, die merkwürdigen Zeichen zu beobachten, die man beim Auslesen zu sehen bekam. Beim Anschluss der Karte stürzt der PC regelmäßig ab. Meine Meinung: Finger weg von Cn-Memory !! Die Karte ist weder bei mir noch im Handel wieder aufgetaucht.

fotosession2011 sind wir bei 128 GB angelangt, wer das will und um die 900 Euro dafür übrig hat. Ich habe aber – noch – ein ungutes Gefühl. Zum einen für die Geldbörse und andererseits, wenn die  randvoll mal abraucht… brrrrrrr. Ich halte nach wie vor für die üblichen Anwendungsfälle 8  oder 16 GB – Karten je nach Dateigröße für völlig ausreichend.
Ich nutze heute eine SanDisk Ultra II mit 8 GB. Selbst bei Fotosessions, wo schon mal riesige Datenmengen in wenigen Minuten zusammen kommen, reicht das im Allgemeinen, obwohl es in diesen Fällen ganz sicher nicht zuviel ist. Es lassen sich ca. 320 Aufnahmen in JPEG und im unkomprimierten Rohdatenformat (RAW bei Sony) speichern. Die Karte abeitet seit ca. 18 Monaten absolut zuverlässig, ist schnell genug und zusammen mit den über die Jahre angesammelten diversen 1,2 und 4 GB-Karten reicht das insgesamt aus. Alle Karten ersetzen jedoch nicht den zusätzlichen Speicherbedarf bei längeren Reisen.

Der berüchtigte Serienfehler Error58 bei der Dynax 7D von KONICAMINOLTA

Es hat lange gedauert, aber irgendwann Anfang 2007 hat KONICAMINOLTA einen Serienfehler an der Kamera  Dynax 7D zugegeben. Der berüchtigte Error 58. Man löste aus, der Spiegel klappte hoch und … blieb oben. Das Bild war dann etwas nicht definierbares in blauschwarz. Manchen traf es dauernd, mancher hat das nur einmal erlebt. An meiner Kamera ist der Fehler ungefähr 30 mal in 4 Jahren aufgetreten, das war 30 mal zuviel und sehr ärgerlich. Mit Akku raus/rein – wenn man Glück hatte -  konnte man den Fehler “risetten”. Nachdem das also offiziell anerkannt worden ist, hat man die Kamera kostenlos auf diesen Fehler geprüft und in Bremen repariert, manchmal auch zweimal. Auf die lange Wartezeit hatte ich keine Lust. Soweit bekannt, wurde dieser Service mittlerweile eingestellt.

Zunehmend ärgerte mich die Kamera aber mit der Weigerung, Hochformatfotos zu machen. Sie löste einfach nicht aus. Auch das war ein bekanntes Problem. Zweimal Akku raus/rein löste dieses Problem meistens. Später löste sie manchmal beim Querformat nicht aus. Das ist sehr ärgerlich, denn ein Zug ist weg, wenn es sich die Kamera überlegt hat  Bei der Frauenkirche in Dresden spielt das nicht so die Rolle. Mit allen diesen Macken kann man eine Zeit lang auskommen. Dann weigerte sie sich seit den frühen Morgenstunden des 16.05.09, die Verbindung mit dem PC herzustellen. Es bedurfte nun wirklich nur noch dieses kleinen Tröpfchens im Meer der Unregelmäßigkeiten, dass dieses überlief. Wenn die Kamera anfängt zu spinnen, ist es meist Zeit, sich langfristig um den Nachfolger zu kümmern. Man könnte sie auch reparieren lassen, aber schon der hohe pauschale Reparaturpreis schreckte ab.

Die alpha 700 von SONY

Zwischenzeitlich hatte SONY die Fotosparte von KONICAMINOLTA übernommen. Wenn es nach mir gegangen wäre, wäre es eine Vollformatkamera alpha 900 geworden. Aber man muss realistisch bleiben. Wie soll die sich armortisieren, wenn man das überhaupt so nennen soll ? Es konnte nur das Nachfolgemodell der Dynax 7D unter der Regie des neuen  Systemeigentümers SONY sein. Das günstigste Angebot fand ich schon vor längerer Zeit ausgerechnet in Dresden. Es sollte natürlich eine SONY Alpha 700 werden. Der Anbieter hatte auch an diesem Tag das günstigste Angebot im Netz und in seinem Laden an der Frauenkirche war die Kamera vorrätig. So kam ich zwei Stunden nach der letzten Fehlermeldung meiner geliebten 7D zu einer Alpha 700. Der Preis betrug bei diesem Anbieter nach kurzer Verhandlung 747 €.  Am selben Tag ging ich auch noch auf Fotopirsch ins Böhmische zur Eisenbahn, um die Kamera mal mit gewohnten Motiven zu testen.  Nach zwei Tagen wollte ich sie zurückgeben, da ich überzeugt war, dass der Sensor nicht an der vorgesehenen Stelle sitzt.  Nach nun einer Woche möchte ich sie dann doch nicht mehr zurückgeben. Es liegen Welten zwischen der 7D und der Alpha 700. Heute (2011) wird sie allerdings nicht mehr produziert. und so hoffe ich auf ein langes Kameraleben der alpha 700. Demnächst mehr zu den Erfahrungen mit dem Stück…

Damit soll der kleine Exkurs in die Fotowelt zunächst abgeschlossen werden. So oder ähnlich hat es sicher mancher, auch unter besonderer Berücksichtigung der Wendezeit, erlebt. Möge uns die Technik nicht im entscheidenden Moment verlassen und das Licht günstig sein. Und um noch einmal auf den Anfang zurück zu kommen: Nicht die Töpfe lassen das Essen gelingen… Alles klar ?

Hier geht es zurück zu www.bahnmotive.de, falls Sie von dort gekommen sind.