Titelbild: Dresden – Laubegast – Hier hat jemand die Absicht, eine Mauer zu errichten!
Glauben Sie nicht ? Das derzeitige Dauerdiskussionthema im Dresdner Osten. Unsere sogenannten Volksvertreter, die im Dresdener Stadrat versuchen, trockenen Fußes über ihre Amtszeit zu kommen, möchten offenbar mit allen erlaubten und gerade noch oder auch nicht erlaubten Mitteln eine Hochwasserschutzmauer bauen. Die Untertanen werden nicht gefragt. Die können die Tragweite und den Sinn solch eines Mauermachwerkes ohnehin nicht einschätzen. Sonst kommmen die noch auf die Idee, Fragen zu stellen – igitt. Es hat nicht funktioniert. Im Jahre 2010 wurden die Fragen aus den Reihen der zukünftig Mauerbeschatteten so drängend, dass man sich auf Wolke sieben genötigt sah, einen “Beteiligungsprozess” einzuleiten. Wirklich Greifbares gibt es dazu – auch nach zwei öffentlichen Veranstaltungen – noch nicht, was auch nicht zu erwarten war.
Die Maueridee wurde vermutlich im trocken gelegten Stadtratssitzungssaal kurz vor Feierabend noch schnell und völlig schmerzfrei geboren. Doch sie verließ den Stadtratkindergartengruppenraum und lief laut schreiend auf die Straße. In dem nämlichen Frequenzbereich, mit dem so was Neugeborenes schreit, sind die Laubegaster hellhörig. Und sie verstehen die
Mauerproblematik so, dass es im Dresdner Stadtrat Politiker gibt, die wünschen, dass alles mobilisiert wird, um ihren Firmen Aufträge zu verschaffen, indem z.B. eine 2,7 km lange Mauer errichtet wird. Niemand sollte eigentlich diese Absicht haben. Unsere Bauarbeiter sollten mit der Sanierung von Schulen voll ausgelastet sein. Den Bedenkenträgern in der Stadtplüschetage ist nach außen hin selbstverständlich nur ein bisschen bekannt, dass eine solche Absicht besteht. Die nun den Laubegaster Untertanen hingeworfenen Phrasen, dass niemand die Absicht hat, eine Mauer zu errichten, sind frech und heißen überhaupt nichts. Die städtischen Grundwasserkünstler werden sich im Notfall wie immer winden und dann kraft Gesetzes ( … welches man sich zu diesem Zwecke gibt…) die Mauer errichten. Mit “Bauchschmerzen”, das kommt immer gut. Wenn der Stadtrat einstimmig und ohne Stimmenthaltung eine Planung in Auftrag gegeben hat, nennen wir sie ruhig Machbarkeitsstudie, sind sie, nach aller Erfahrung mit dem herrschenden System, nahe dran an der Absicht, eine Mauer zu errichten. Man dreht noch etwas an der wunderbunten Glaskugel und erzeugt ein bisschen Informationschaos, was genau genommen ein Desinformationschaos ist.
Dagegen war Ulbricht mit seinem Mauergesülze ein Stümper. Widerworte musste er aber auch nicht fürchten. Frau Oberbürgermeisterin schon ! Gottseidank. Also, wenn du Mauerpläne hast…siehe oben. Ich habe – wie der Stadtrat offenbar auch nicht – von der Wassermaterie keine Ahnung. Aber ich kann sehenden Auges durch Laubegast laufen und meine Phantasie reicht weit voraus. Seinerzeit hat der Staatsratsvorsitzende Ulbricht mit einer unglaublichen Dreistigkeit lächelnd ins Mikrofon gelogen. Diese Lüge hat die Welt verändert. Wieder soll eine Mauer was verändern, dieses Mal den Stadtteil Laubegast und weitere. Dass andere Stadtteile dabei draufzahlen, wird im Grunde – noch – verschwiegen. Der geneigte Leser macht sich am besten selbst ein Bild
bei MAUERZOFF. Äußerst fragwürdig scheint mindestens der immense Aufwand für ein doch wirklich seltenst auftretendes Ereignis wie die Jahrhundertflut. Aus Erfahrung ist wohl auch größte Vorsicht angesagt, wenn im Stadtrat was ohne Gegenstimmen und Enthaltungen beschlossen wird. Wenn denn aber wirklich beschlossen werden würde – den lieben Gott bemühe ich sonst nie aber der sollte da mal irgendwas dagegen machen, die sind doch fast alle in der CDU – eine Mauer zu errichten – und das bisschen oberirdische Mauer ist es ja nicht nur - dann gäbe es ordentlich was zu verdienen mit der Buddelei. Und dann lassen sich Nachfolgeaufträge generieren. Vielleicht spielt ja das Grundwasser verrückt. Dann dürften die Bau – und Sanierungsaufträge überhaupt nie zu Ende gehen. Ein Traumzustand.
Die meisten der unmittelbar vom Hochwasser 2002 betroffenen Einwohner werden dankbar sein ob der Schutzmaßnahmen – sollte man denken. Den Eindruck hat man aber nicht unbedingt, wenn man sich mit den Leuten unterhält. Mal abgesehen davon, ob das Ganze sinnvoll ist oder nicht, der Eingriff in eine gewachsene Uferlandschaft wie in Laubegast oder in Kleinzschachwitz und die “Umgestaltung” kann nach aller Erfahrung in dieser Stadt nur in einer gestalterischen Katastrophe enden. Einheitsbrei eben, wie am Altmarkt vielleicht. Da dort aber die Totenruhe eingetreten ist, stört das niemanden. In Laubegast ist das anders. Wenn es sein muss, stellen die Leute schon mal den Mauerverlauf mit Kaffeetassen nach. Einen Mauerverlauf wohlgemerkt, den offenbar die Mehrheit nicht will. Da können die Computeranimationen noch so schön in frischem Grasgrün daherkommen, die Leute hier brauchen klare Ansagen und nicht das übliche schwammige Geschwätz.
Gefährliche Holzmauern in Dresden – Laubegast

Das ist es, was die Leute unsicher macht und manchen Mitbürger solche Horrorvisionen in Holz errichten lässt. Wenn die dann schon für Aufregung sorgen in den höchsten Amtskemenaden, warum dann eine entstellende Mauer nicht ? Eine Mauer aus Sperrholz, liebevoll von Anwohnern auf ein paar Metern errichtet um das kommmende Drama zu visualisieren, kann ja nicht sein. So ein böser, böser Eingriff in den Landschaft, auf fremdem Grund womöglich. Kopfschütteln reicht da nicht mehr ! Man muss der Bande auf die Finger hauen und sie an das Elbufer zerren.
Muss das Mauerwerk aber wirklich so hoch sein, dass es den Fernsehturm – Illustration oben – verdeckt ? Wenn wir der physikalisch vorgebildeten Frau Dr. Merkel vertrauen, sicher nicht, denn sie hat die Kraft der zwei Kühlwassereimer.
Vor dem Weiterlesen stelle man sich gedanklich das Universum vor. Nehmen wir einen Abschnitt von 50 Millionen Lichtjahren, das ist nichts gegen die Lichtjahrmilliarden, die noch folgen. Da drin die Erde. Nicht wirklich zu sehen und ohne jeden Einfluss auf das Universum. Darauf ein großer Raum, der Bundestag. Mit unheimlich zu nennendem Einfluss auf die Vorgänge im Universum. Ausgerechnet die selbsternannte Elite, die nur heiße Luft erzeugt und permanent umwälzt, allen voran Frau Merkel, will die drohende – wer sagt, dass es droht ? – Erderwärmung auf 2 Grad begrenzen. Sie wollen sich mit der Sonne messen, gucke an. Eine Vision von PINK FLOYD aus dem Jahre 1968 wird nun endlich war. Roger Waters` geniales Werk “Set the Controls for the Heart of the Sun” ist in greifbare Nähe gerückt und Angie steht am Schalter. Mein Gott !
Alle haben gelacht, als ein blöder Ritter auf der Erde gegen Windmühlen anritt.
WARUM LACHT JETZT KEINER ??
Olle Albert hätte nicht nur einen Stein geworfen. Vom Fernsehturm könnte man zwar hinter die Mauer sehen, wenn er nicht selbst für Besucher vermauert wäre. Gibt es Alternativen ? Ja, aber… Leitern kommen nicht in Frage, die sind zu unhandlich. Und außerdem sind es die Ost-Deutschen nicht gewohnt, mit einer Leiter an die Mauer zugehen. Weiterhelfen werden nur Stelzen. Wir haben das schon mal nachgestellt, wie das dann aussehen könnte. Die ersten Gastwirte in der Gefahrenzone – hört man – räumen bereits Abstellkammern aus und bereiten sich auf den Stelzenverleih vor. Ja, solche Ideen braucht das Land. Da das Wasser aber nach aller Erfahrung auch ganz herrlich aus den Gullis sprudeln wird, sollte man sich auf Wildwasserfahrten hinter der Mauer vorbereiten. Wozu muss man aber nun über die Mauer gucken wollen ? Es wird wohl ein beeindruckendes Schauspiel sein, wenn das an der Mauer umgeleitete Wasser Niederpoyritz platt macht. Irgendwo muss es ja lang. In 100 Jahren.
Nun auch Staustufe auf der Elbe in Dresden
Vielleicht ist das aber alles nur die Vorstufe zur vom Ratskeller favorisierten und derzeit in der Planung befindlichen Staustufe zwischen der Carolabrücke und der Augustusbrücke, die einen Wasserstand garantieren wird, der die Wendezeiten der Dampfer in Pillnitz drastisch verringern soll. In 5 Jahren soll die Mauer fertig sein, orakelt man. Wir sollten angesichts dieser ungewohnten Eile mit der die Stadtverwaltung und deren baupolitische Steigbügelhalter uns trocken legen wollen, sehr nachdenklich werden. Die sind sonst nicht mal bei der Renovierung von Schulen so schnell. Es ist eine Gefahr im Anzug, das ist klar. Die kommt nicht von der Elbe, die kommt aus dem Rathaus ! Die wollen ein Geschäft mit einer Mauer machen.
Auch das ist Laubegast. Jedenfalls ein Stück davon. Ein schlechtes Stück. Im Märchen ist man auch erst nach 100 Jahren aufgewacht…
Was kommt als nächstes in Laubegast ? U-Boote ?
Schon blitzen merkwürdige Lichter im Wasser. Kann man vom Biergarten aus sehen. Nach Mitternacht und meist im Sommer werden die bläulich, rötlich und grünlich und generieren Wellenringe! Die stammen doch nicht von beleuchteten Enten! Hat das was mit den U-Booten in der Elbe zu tun, die hier zum Schutz der Elbdampfer gegen Angriffe aus Gummibooten stationiert werden sollen ? Kommt der U-Boothafen – wie hinter aufgehaltenen Händen längst getuschelt wird – nach Laubegast ? Ein Trockendock – höher als die Laubegaster Häuser ist schon da. Sie sagen, es ist eine Fähre für Kenia. Ich glaube ihnen nichts mehr.
Ich danke allen Schilderstillhaltern und Statisten vom Frühstückssonntag 2009 am Laubegaster Ufer und dem Team von den Infoseiten Dresden für den hervorragenden Kaffee und die Ideen.